Fr, 24. November 2017

Trickreiches Tief

08.01.2010 17:36

„Daisy“ kann es zwischendurch auch regnen lassen

Der angekündigte Wintereinbruch durch das Italientief "Daisy" hat am Freitag mit teils ergiebigen Niederschlagsmengen eingesetzt, das befürchtete Chaos blieb aber aus. Ob am Samstag nun Regen oder weiterer Schnee folgt, darüber sind sich die Meteorologen nicht einig. Daisy sei "extrem trickreich", meint der Klimatologe Gerhard Hohenwarter von der ZAMG. Die Winterdienste bleiben jedenfalls im Dauereinsatz.

"Daisys" warme Luft aus dem Südosten hat im Laufe des Freitags nach einer schneereichen Nacht wieder für einen Temperaturanstieg gesorgt. Der Schneefall ging im Südburgenland bereits in Regen über, sagte eine Meteorologin der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien am Freitagnachmittag. In der kommenden Nacht werde es wahrscheinlich bis ins Weinviertel regnen, die Temperaturen können dabei sogar in den Bereich der Plusgrade steigen. "Abkühlung" und weiteren Schnee gibt es so erst wieder am Sonntag.

Winterdienste im Dauereinsatz, Verspätungen bei ÖBB
Der Schneefall hat im Großen und Ganzen zu keinen größeren Problemen geführt. Lediglich bei den ÖBB ist es zu kleineren Verspätungen gekommen. Gerüstet für den bevorstehenden Wintereinbruch haben sich auch die Autobahngesellschaft Asfinag und Österreichs größter Flughafen in Wien-Schwechat. Am Flughafen Wien stehen 500 Personen rund um die Uhr für den Winterdienst in Bereitschaft.

In Wien stand der Winterdienst der städtischen Magistratsabteilung 48 im Dauereinsatz. 1.400 Mitarbeiter der Straßenreinigung und 380 Großfahrzeuge befreiten Wiens Straßen von Schnee und Eis. In Niederösterreich herrschte lediglich auf der B21 zwischen Mitterbach und Kuchl sowie zwischen Rohr und Gutenstein Kettenpflicht für Lkw.

"Italientiefs sind sehr spannend und extrem trickreich"
Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee im Raum Wien, 35 in St. Pölten, und 25 bis 30 Zentimeter Eisenstadt hatten die Wetterfrösche vorhergesagt - das allerdings bis Montag. Nur "angezuckert" werde der Westen: Linz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz sollen im Schnitt nur rund sieben Zentimeter abbekommen.

Die Vorhersage über erwartete Schneemengen gestaltet sich aber zunehmend schwieriger. "Italientiefs sind sehr spannend und extrem trickreich", meinte der Klimaexperte. Da in der Nacht auf Samstag wärmere Luft durchströmt, sei derzeit noch nicht klar, wie sich diese auf die Schneefallgrenze auswirken wird. Für Samstag werden tagsüber weniger Niederschläge erwartet und wenn, dann werden diese in tieferen Lagen in Regen übergehen.

Erst am Sonntag und Montag wird es laut aktueller Vorhersage wieder kälter, die Schneefallgrenze dürfte dann wieder sinken. "Von Norden her kommt kalte Luft, und es setzt wieder kräftiger Schneefall ein", sagte der Meteorologe. Für Autofahrer wird es dadurch kritisch: Es besteht Glatteisgefahr durch den gefrierenden Regen. Verschärfend kommt die neuerliche Schneedecke hinzu.

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