Di, 17. Oktober 2017

Offener Brief

28.12.2009 16:03

Polanski bedankt sich bei seinen Unterstützern

Kurz vor der Entscheidung der Schweizer Justiz über eine Auslieferung des Starregisseurs Roman Polanski an die USA hat sich der Filmemacher in einem Brief bei seinen zahlreichen Unterstützern bedankt.

"Ich bin selbst überwältigt von der Zahl der Sympathiebekundungen und Unterstützungsbotschaften", schrieb Polanski in einem Brief, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. "Jedes Wort war für mich in den dunkelsten Momenten und immer noch in meiner jetzigen Situation voller Trost und Gründen zu hoffen", hob der 76-Jährige hervor.

Der polnisch-französische Filmemacher war Ende September in Zürich festgenommen worden. Die US-Justiz will ihn wegen des sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen vor 32 Jahren zur Verantwortung ziehen. Polanski hatte die Tat gestanden, war 1978 jedoch vor einer Verschärfung seines Urteils aus den USA geflohen.

Nach gut fünf Wochen in Untersuchungshaft im schweizerischen Winterthur trat er Anfang Dezember seinen Hausarrest in seinem Chalet in Gstaad an. Weihnachten verbrachte er dort nach eigenen Angaben mit seiner Frau und seinen Kindern. Die Entscheidung über Polanskis Auslieferung an die USA soll Anfang des kommenden Jahres fallen.

Polanski könne nicht auf alle Mut machenden Botschaften persönlich antworten, die er in den vergangenen Wochen erhalten habe, sagte sein Freund, der Herausgeber Bernard-Henri Lévy, der den Brief des Filmemachers an AFP übermittelte. Deswegen nutze der Regisseur diesen offenen Brief, um seine Unterstützer wissen zu lassen, "wie gut es tut, wenn man in einer Zelle eingesperrt ist, jeden Morgen beim Erhalten der Post dieses Murmeln der menschlichen Stimme und der Solidarität zu hören".
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