Di, 21. November 2017

Polanski schweigt

06.12.2009 19:24

Erstes Wochenende unter Hausarrest mit der Familie

Nach 70 Tagen im Gefängnis hüllt sich der Starregisseur Roman Polanski in Schweigen. Das erste Wochenende unter Hausarrest verbrachte er völlig zurückgezogen mit seiner Familie und gab keinerlei öffentliche Erklärungen ab. Nach seiner Freilassung aus der Auslieferungshaft am Freitag darf der 76-Jährige sein Chalet im Schweizer Prominentenort Gstaad nicht verlassen.

Seine Frau, die französische Schauspielerin Emmanuelle Seigner, wurde am Fenster des von Journalisten belagerten Hauses gesehen. Auch seine beiden Kinder leisten Polanski Gesellschaft. Besuch erhielt der gegen seine Auslieferung an die USA kämpfende Regisseur von seinem Anwalt Herve Temime aus Paris. Polanskis Arrest wird von den Schweizer Behörden mit einer elektronischen Fessel überwacht.

Journalisten belagern das Chalet
Einem Journalisten der Boulevardzeitung "SonntagsBlick" war es nach eigenen Angaben gelungen, den Regisseur ans Telefon zu bekommen. Dabei habe Polanski lediglich gesagt, er spreche nicht mit Journalisten. Auch auf die Frage, wie es ihm gehe, habe er keine Antwort gegeben. Zuvor hatte bereits ein Sicherheitsangestellter im Namen der Familie die wartenden Journalisten gebeten, ihre tagelange Belagerung des Chalets mit dem Namen "Milky Way" (Milchstraße) aufzugeben. Der Regisseur wolle mit niemanden sprechen.

Dagegen zitiert die Zeitung "SonntagsBlick" einen Wachmann, mit dem Hinweis, dem prominenten Gast in Gstaad gehe es gut. Die wochenlange Haft habe bei dem Meisterregisseur keine sichtbaren Spuren hinterlassen. "Polanski hat auf mich einen gesunden Eindruck gemacht. Er war eigentlich so wie immer", sagt der Angestellte der Zeitung. Die Polanskis sind langjährige Feriengäste in Gstaad.

Er darf Haus und Grundstück nicht verlassen
Für seine Freilassung aus der Auslieferungshaft hatte sich Polanski verpflichtet, "sein Haus und sein Grundstück zu keiner Zeit zu verlassen", wie das Bundesamt für Justiz erklärte. Die Kaution in Höhe von umgerechnet knapp drei Millionen Euro sei überwiesen. Die Ausweispapiere des Oscar-Preisträgers mit französischer und polnischer Staatsbürgerschaft wurden bei der Polizei hinterlegt.

Das Chalet und das Grundstück werden nun elektronisch überwacht. Die entsprechende Installation sei aktiviert, berichtete das Bundesamt für Justiz. Verlasse Polanski das Haus oder entferne er das Armband, werde Alarm ausgelöst. Sollte Polanski die Auflagen missachten, verfalle seine Kaution an den Schweizer Staat.

Warten auf das Auslieferungsverfahren
Der Hausarrest in Gstaad war durch die Entscheidung des Bundesstrafgerichtes ermöglicht worden. In seinem Heim, das wie alle Häuser in dem 7.000-Einwohner-Ort in etwa 1.000 Meter Höhe im Chalet-Stil erbaut wurde, wartet Polanski nun auf den Ausgang seines Auslieferungsverfahrens, das die USA angestrengt haben.

Sex mit 13-Jähriger in den 70er-Jahren
Polanski wird vorgeworfen, 1977 in den USA eine 13-Jährige vergewaltigt zu haben. Einer Strafe hatte sich der Regisseur durch Flucht entzogen. Dem Filmemacher droht in den USA eine Höchststrafe von zwei Jahren. Gegen seine Auslieferung hat Polanski Einspruch eingelegt. Das Verfahren kann sich noch Wochen hinziehen.

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