Fr, 15. Dezember 2017

Petition im Netz

17.11.2009 08:42

Oberpinzgau kämpft auch via Internet um die Babystation

Der Schock sitzt tief im gesamten Oberpinzgau: Für das Sparpaket möchte das Land die Babystation im Mittersiller Krankenhaus opfern. Aber jetzt läuft die Protestwelle in der Region so richtig an – auch im Internet. Manfred Walcher organisierte eine Petition, um die Station zu retten. Und in wenigen Tagen unterschrieben schon fast 1.000 Menschen.

"Ich wollte etwas tun, damit man uns die Geburtenstation nicht so einfach zusperren kann", meint Manfred Walcher, der selbst Gemeinderat in Mittersill ist. Aber das gewaltige Echo, das er mit seiner Petition im Internet ausgelöst hat, überraschte ihn selbst. "Wir sind ja erst vier oder fünf Tage im Netz und haben bisher keine Werbung gemacht. Das hat sich aber durch Mundpropaganda herumgesprochen."

Den Link zur Petition findest du in der Infobox!

Und wie! Bis zum Montagabend hatten schon 926 Menschen die Bittschrift ans Land unterschrieben. Der Text ist kurz: "Auch ich bin dafür", dass die Geburtenstation erhalten wird. Und die Menschen, die in dieser Petition für die Babystation eintreten, stammen fast alle aus dem Oberpinzgau! "Meine beiden Brüder und ich sind selbst dort zur Welt gekommen", schildert Walcher. "Und auch mein 16-jähriger Sohn." Die Zusperr-Pläne haben die Menschen alarmiert. "Jetzt ist die Schmerzgrenze bei allen überschritten", schätzt Walcher ganz realistisch.

"Standortgarantie als gefährliche Drohung"
Der Mittersiller Stadtchef Wolfgang Viertler pflichtet ihm bei: "Heute geht es um die Babystation, und morgen stellt man das gesamte Spital in Frage", fürchtet er und weiß warum: "Vor der Wahl im März 2008 gab es den einstimmigen Landtagsbeschluss, dass diese Station bis übers Jahr 2011 hinaus bleibt. Darüber setzt sich die Regierung kalt lächelnd hinweg. Wenn jetzt die Rede ist von einer Standortgarantie für das ganze Krankenhaus, dann ist das für uns eine gefährliche Drohung."

Grundversorgung muss gesichert bleiben
Als "Ersatz" soll ein spezieller Notarztwagen für Geburten in Mittersill stationiert werden. Viertler: "Das haben die Tiroler in Wörgl auch probiert und sind völlig gescheitert. Außerdem würde das 450.000 Euro kosten, die man sicher besser einsetzen könnte." "Die Grundversorgung bei Geburten muss bei uns ebenso gesichert werden wie in Tamsweg: mit einer Babystation", sind die Pinzgauer einig.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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