Mo, 21. Mai 2018

Pilotprojekt Innsbruck

10.05.2018 12:30

Neue Anlaufstelle entlastet Ambulanzen der Klinik

Überfüllte Ambulanzen gehören zum Bild in Tirols Spitälern. Um dem Ansturm Herr zu werden, wurde an der Klinik Innsbruck vor einem Jahr eine neue Erstversorgungseinheit eröffnet. Weniger Patienten gibt es dadurch zwar nicht.  „Das Modell entlastet dennoch“, zieht die ärztliche Direktorin eine erste Bilanz.

Mehr als 2 Millionen Patienten werden jedes Jahr in den Ambulanzen und Spezialsprechstunden der Klinik Innsbruck betreut. Zu den größten gehören jene der Inneren Medizin. Zehntausende Aufnahmen sind es dort jedes Jahr. „50 Prozent der Patienten sind keine dringenden Fälle, für die Ambulanzen ja gedacht sind“, spricht die ärztliche Direktorin der Klinik, Alexandra Kofler, eine Entwicklung an, gegen die die Spitäler seit Jahren vergeblich ankämpfen. Das Problem: Patienten gehen auch mit Schnupfen oder Bienenstich ins Krankenhaus, weil sie vor allem an den Wochenenden und am Abend schwer einen Arzt finden.

Auch andere Kliniken wollen das Modell
Die Standardbehandlung in Ambulanzen ist aufwändig und teuer. Um sie zu entlasten, haben Land und Tiroler Gebietskrankenkasse vor einem Jahr ein neues Erstversorgungszentrum an der Klinik eingerichtet. Ein Pilotprojekt, das für Kofler eine Aufgabe bereits erfüllt hat: „Die Ambulanzen sind entlastet, weil leichte Fälle in der neuen Anlaufstelle von Allgemeinmedizinern behandelt werden.“ Rund 30 pro Tag. Auch andere Abteilungen wie Kinder- oder Hautklinik wünschen sich so eine Erstversorgungseinheit. Andere Spitäler haben ebenfalls Interesse bekundet.

Kritiker sagten der Klinik noch mehr Ansturm durch die neue Anlaufstelle voraus. Das habe sich nicht bestätigt, betont Kofler. Weniger Patienten seien es aber auch nicht geworden.

„Nur Primärversorgung entlastet die Spitäler langfristig“
Für die ärztliche Direktorin führt langfristig kein Weg an Primärversorgungszentren außerhalb der Spitäler vorbei: „Es braucht im niedergelassenen Bereich umfassende Angebote am Abend und am Wochenende. Sonst werden bestimmte Ambulanzen auch in Zukunft überfüllt sein.“

Claudia Thurner
Claudia Thurner

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