Fr, 20. April 2018

Fall Skripal

12.04.2018 18:49

Gift-Experten bestätigen britische Erkenntnisse

Knapp sechs Wochen nach dem Attentat auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia haben nun Experten der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) ihren Bericht veröffentlicht. Sie bestätigen darin erste Erkenntnisse Großbritanniens, wonach das Nervengift Nowitschok eingesetzt wurde. Die Herkunft des Gifts ist jedoch nach wie vor nicht geklärt.

Die britische Regierung macht Moskau für den Giftanschlag vom 4. März verantwortlich. Russland weist jede Verantwortung zurück und stellte am Donnerstag erneut klar, „keine anderen Kampfstoffe besessen zu haben als jene, die der OPCW gemeldet worden sind“. Diese seien allesamt 2017 vernichtet worden. In dem OPCW-Bericht wird das verwendete Gift nicht benannt, aber „die Ergebnisse Großbritanniens“ seien durch die Analysen bestätigt. Das Gift zeichne sich nach Angaben der Experten durch eine „hohe Reinheit“ aus. Der Name des Mittels werde im nichtöffentlichen Bericht genannt, so die Organisation.

Diplomatische Krise zwischen westlichen Staaten und Russland
Die britischen Behörden gehen davon aus, dass bei der Tat ein Nervengift der Nowitschok-Gruppe aus sowjetischer Produktion zum Einsatz kam. Der Fall führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen den führenden westlichen Staaten und Russland. Auch am Freitag wollten die Briten das russische Dementi nicht einfach so hinnehmen. „Es gibt keinen Zweifel, was benutzt wurde, und es gibt keine andere Erklärung, wer dafür verantwortlich ist - nur Russland hat die Mittel, ein Motiv und die Erfahrung“, sagte Außenminister Boris Johnson.

Ein vollständiger Bericht, der allerdings geheim ist, soll den Unterzeichnerstaaten der OPCW zur Verfügung gestellt werden. Die britische Regierung berief für den 18. April ein Treffen ein, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

 krone.at
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