Mi, 13. Dezember 2017

Richtig finanzieren

05.11.2009 18:47

Welcher Kredit passt zu dir?

Viele Menschen kommen im Laufe ihres Lebens zumindest einmal in die Situation, sich einen Wunsch erfüllen zu wollen, aber das notwendige Kleingeld noch nicht in bar zusammen zu haben. Die Lösung: Ein Kredit muss her - nur welcher? Hier erfährst du, was du bei den einzelnen Varianten beachten musst.

Das klassische Bauspardarlehen
Das Bauspardarlehen ist die konservativste Form der Finanzierung. Durch die integrierte Zinsobergrenze von 6% ist auch in Zeiten steigender Zinsen die monatliche Belastung gut kalkulierbar. Sicherheit will jedoch auch bezahlt werden, und das passiert über den Aufschlag auf den Basiszinssatz. Das Bauspardarlehen liegt dadurch meist zumindest ein halbes, oft auch ein Prozent oder mehr über den Zinssätzen von vergleichbaren Abstattungskrediten.

Pro Person können bei grundbücherlicher Sicherstellung maximal 150.000 Euro finanziert werden, ohne Grundbuchseintrag der Bausparkasse maximal 22.000 Euro pro Person. Auch bist du mit dem Bauspardarlehen hinsichtlich deines Finanzierungsvorhabens zweckgebunden: Wohnraumschaffung, Wohnraumsanierung, Studienfinanzierung, Pflegeausgaben oder die Auszahlung von Erben sind mögliche Kreditvorhaben. Zusammengefasst: sicher, aber teuer.

Abstattungskredit
Beim klassischen Abstattungskredit zahlst du eine Rate an die Bank, in der du zugleich Zinsen sowie schrittweise den ausgeborgten Betrag abdeckst. Dabei werden zu Beginn der Laufzeit größtenteils Zinsen, gegen Ende größtenteils Rückführungen beglichen. Zinsobergrenze gibt es keine – steigen die Zinsen, steigt auch deine Rate. Die Rechtsgeschäftsgebühr von 0,8% ist seit Anfang 2011 Geschichte. Die Aufschläge auf den Basiszinssatz sind bei einem klassischen Abstattungskredit jedoch günstiger als beim Bauspardarlehen. Gerade in Zeiten niedriger oder fallender Zinsen bist du bei dieser Darlehensform besser aufgehoben.

Du bringst mehr Sicherheit in diese Finanzierungsform, indem du dir Fixzinsperioden vereinbarst. Aber Achtung: Bei fixierten Zinssätzen sind vorzeitige Rückzahlungen nicht mehr möglich – oder mit einer Pönale verbunden. Auch kannst du dir Zinsobergrenzen in Form eines Zinscaps zukaufen, das dir dann die Differenz über dem vereinbarten Zinssatz zahlt. Überlege dir aber gut, ob sich die einmalige Investition in das Zinscap lohnt, oder ob es besser ist, diesen Betrag als Reserve auf der Seite zu lassen und dann direkt für die Bedienung höherer Raten zu verwenden. Auch von der Besicherungspflicht hast du in dieser Finanzierungsform deutlich höheren Verhandlungsspielraum bei deiner Bank, da es keine vorgeschriebene Vorgehensweise gibt.

Endfälliges Darlehen
Seit der Wirtschaftskrise hat diese Darlehensform deutlich an Attraktivität verloren und wird wenn, dann nur Kunden mit ausgezeichneter Bonität angeboten. Bei einem endfälligen Darlehen zahlst du während der Laufzeit nur die Zinsen. Parallel musst du über einen sogenannten Tilgungsträger jenes Kapital aufbauen, das du am Ende der Laufzeit zurückzahlen musst. Das kann über ein Wertpapierdepot oder Ansparungen in Versicherungen erfolgen. Finanzierungsformen in Fremdwährungen, wie Schweizer Franken oder Yen, sind endfällig, bieten den Vorteil niedrigerer Zinsen als Euro-Finanzierungen, aber beinhalten ein großes Währungsrisiko. Denn allein durch Kursänderungen der Finanzierungswährung kann es sein, dass du beispielsweise 100.000 Euro finanzierst und 110.000 Euro tilgen musst, wenn die Fremdwährung zum Ende der Laufzeit einen ungünstigen Tilgungskurs aufweist. Zusammengefasst: kann günstig sein, spekulativ, schwer zu bekommen.

Versicherungsdarlehen
Weniger bekannt ist die Finanzierungsvariante über ein Versicherungsdarlehen. Dabei erhältst du den Darlehensvertrag über die Versicherung ausbezahlt und zahlst einerseits genau wie bei der endfälligen Finanzierung nur die Tilgung dafür. Andererseits werden parallel festgesetzte Raten in eine Versicherung einbezahlt, aus denen zum Schluss das Darlehen getilgt wird. Die Einzahlungen werden an die Versicherung abgetreten. Das Besondere an dieser Art von Darlehen ist, dass sie meist mit einem fixen Zinssatz ausgestattet sind, der teilweise für bis zu zehn Jahre fixiert ist. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen zahlt sich der Abschluss aus, besonders wenn es bereits bestehende Versicherungsverträge gibt, die sich für eine derartige Gestaltung anbieten.

Spielarten
Bei vielen Finanzierungen hast du die Möglichkeit, die Rate flexibel zu gestalten. Beispielsweise kannst du freiwillig mit einer höheren Rate starten, um anfangs gleich mehr zurückzuführen und später weniger zurückzahlen. Das ist dann sinnvoll, wenn du weißt, dass sich dein Einkommen im Verlauf der Finanzierung wahrscheinlich ändern wird, wie beispielsweise durch eine Karenz. Umgekehrt kannst du auch anfangs eine geringere Rate wählen, die während der Laufzeit ansteigt. Diese Gestaltung eignet sich dann gut, wenn du weißt, dass du immer mehr verdienen wirst. Hast du vor, Teiltilgungen vorzunehmen, um schneller fertig zu werden, dann vergewissere dich, dass das auch ohne Pönalen möglich ist.

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