Fr, 20. April 2018

Stichflamme durch Öl

24.03.2018 12:38

Feuerinferno in Salzburg: Bauernhof zerstört

Nächtliches Drama auf einem Bauernhof in Salzburg: Die Familie des Hiasenbauer in Seekirchen musste in der Nacht auf Freitag hilflos mitansehen, wie sowohl der Stall als auch das Wohngebäude ausbrannten. Verletzt wurde niemand. Eines der Rinder war aber nicht mehr zu retten. 145 Feuerwehrmänner löschten stundenlang.

„Wir wollten kurz nach 22 Uhr ins Bett gehen. Da hat mein Lebensgefährte gesehen, dass es beim Fenster so hell ist. Aus dem Stall brannte es lichterloh heraus“, schildert Landwirtin Sabine (45). Josef Wuppinger und sie brachten die Töchter (12, 13) in Sicherheit. „Sie konnten bei Freundinnen in der Nachbarschaft bleiben.“

Danach ging es daran das Vieh zu retten. Josef Wuppinger und zur Hilfe geeilten Nachbarn gelang es, einen Großteil der Kälber aus dem Stall zu holen. Dann war auch schon die Feuerwehr vor Ort. „Ich habe Alarmstufe 3 ausgelöst. Die Kameraden aus Elixhausen, Eugendorf und Hallwang haben uns unterstützt. Insgesamt waren wir 145 Mann“, erzählt Einsatzleiter Herbert Költringer. Mit schwerem Atemschutz ging ein Trupp in den Stall, um die letzten Kühe herauszuholen. Nur ein Rind konnte nicht mehr gerettet werden.

Stichflamme von Heizöl
„Anfangs konnten wir noch von innen angreifen, aber das war rasch vorbei“, sagt Költringer. Danach ging es darum, von außen und von oben von der Drehleiter aus zu löschen. „Irgendwann sind dann der Dachstuhl des Stalls und auch der des angebauten Wohnhauses unter der Brandlast eingebrochen“, schildert Költringer. Zu guter Letzt kam es noch zu einer Verpuffung im Stall. „Da war ein Fass mit Heizöl drin. Das ist mit einer Stichflamme hochgegangen.“

Technischer Defekt als Ursache
Gegen 2 Uhr konnte ein Großteil der Feuerwehrmänner einrücken. „Wir hatten die Flammen gelöscht. Es ging dann noch um eine Brandwache bis 7 Uhr.“ Am nächsten Morgen hieß es Aufräumen und Nachlöschen: Brandermittler gaben nach und nach Teile der Ruine frei, so dass die Feuerwehrmänner den Schutt wegräumen konnten. Als Ursache wird ein technischer Defekt in der Tenne angenommen.

Welle der Hilfsbereitschaft
Die Familie kam vorerst beim Opa im Zuhaus unter. „Wir haben in der Nacht nur noch die Schulsachen der Kinder und etwas Kleidung retten können“, schildert die völlig aufgelöste Landwirtin. Dankbar ist die Familie für die große Welle der Hilfsbereitschaft aus der Nachbarschaft.
Wie es weitergeht, ist völlig unklar. Man hofft sehr auf die Versicherung, die einen Großteil des Millionenschadens tragen sollte.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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