Fr, 20. April 2018

Doch nicht Lebenslang?

06.03.2018 13:20

Sissy-Böhm-Entführung: Fall wird neu verhandelt

Der Prozess gegen einen 26-jährigen Kroaten, der im Dezember 2016 an drei aufeinanderfolgenden Tagen drei Frauen - darunter Sissy Böhm - in Innsbrucker Tiefgaragen überfallen hatte, wird neu aufgerollt. Der Mann war im Oktober 2017 zu lebenslanger Haft und Einweisung in eine Anstalt verurteilt worden. Das Strafausmaß wurde nun vom Obersten Gerichtshof (OGH) nach einer Nichtigkeitsbeschwerde aufgehoben.

Der Schuldspruch wurde hingegen vom OGH bestätigt. Dies sagte der Sprecher des Landesgerichts Innsbruck, Andreas Stutter. Ein Verhandlungstermin steht bislang nicht fest, der Kroate wird sich jedenfalls wieder vor einem Geschworenengericht verantworten müssen. Der Mann war wegen versuchten Mordes, Raubes und schwerer Körperverletzung verurteilt worden.

Psychiaterin Adelheid Kastner hatte im Prozess die Einweisung des Angeklagten in eine Anstalt nahegelegt. Der Kroate sei zwar in der Lage gewesen, zu erkennen was er tut, war also zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig, trotzdem habe er eine höhergradige geistige Störung, meinte die Psychiaterin.

26-Jähriger nach Verfolgungsjagd festgenommen
Unter den Opfern des Beschuldigten war unter anderem die Tochter des bekannten Schauspielers Karl-Heinz Böhm, Sissy Böhm. Diese wurde in der Tiefgarage ihres Hauses in ein Auto gezerrt und entführt. Ein Unfall in Hall stoppte schließlich die Entführungsfahrt. Einen Tag später klickten für den 26-Jährigen die Handschellen. Er wurde in Zirl festgenommen, nachdem er bei einer Verfolgungsjagd gegen eine Mauer gefahren und anschließend zu Fuß geflüchtet war. Kurz zuvor hatte er sein drittes Opfer überfallen.

Zwei seiner drei Opfer wurden laut Gerichtsmedizin schwer, Sissy Böhm sogar lebensbedrohlich verletzt. Böhm hatte wegen Schwellungen im Halsbereich, ausgelöst durch einen „kräftigen Strangulationsvorgang“, vorübergehend künstlich beatmet werden müssen.

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