Do, 14. Dezember 2017

Brennender Protest

08.10.2009 09:27

Bauern entzünden Mahnfeuer für einen faireren Milchpreis

Der Bauernaufstand gegen niedrige Milchpreise geht weiter! Am Mittwoch machten Salzburgs Landwirte die Nacht zum Tag, sie brannten Hunderte Mahnfeuer im Flach- und Tennengau ab. Die höchsten Flammen züngelten beim Mühlbergbauer in Eugendorf in den Himmel.

Salzburgs Bauern geben nicht auf! Nachdem sie im Sommer 2008 gestreikt und Milch in den Kanal geschüttet haben, seit Wochen mit Gratis-Milch die Konsumenten informieren und vor wenigen Tagen in Brüssel aufmarschiert sind, brannten am Mittwochabend Hunderte Mahnfeuer für einen fairen Milchpreis.

Viele plagen Existenzängste plagen
In der Aktion lag viel Symbolkraft, brennt doch für unsere Bauern der Hut. "Straßwalchen, Neumarkt, Eugendorf, Hallwang, Elixhausen, Koppl, Hof, Mattsee, Adnet, Kuchl und viele mehr. In all diesen Gemeinden wurden Mahnwachen abgehalten", fasst Werner Matieschek zusammen. Die Stimmung: Wie auf einem Begräbnis, denn die Bauern hat die blanke Existenzangst gepackt, auch wenn viele nebenbei arbeiten gehen.

"Wir wollen unsere Höfe nicht als Hobby führen, wir wollen von unserer ehrlichen Arbeit leben", so der Tenor. Es ist im Grunde genommen eine Milchmädchenrechnung: 47 Cent pro Liter Milch braucht ein Bauer, um seine Kosten zu decken und vom weißen Gold zu leben. Rund 27 Cent bekommen die Landwirte aktuell und das nur, wenn sie den höchsten Fettwert und so weiter erreichen.

Europaweite Lösung gefordert
Realistisch betrachtet, bekommen sie also noch viel weniger. Der helle Protest mittels Mahnfeuer kam zu einem brisanten Zeitpunkt: Am Donnerstag, kommt in Wien der Agrarausschuss zusammen. Dort werden die Weichen für die Milchpreis-Politik gestellt, doch Salzburgs Landwirte sind pessimistisch: "Wenn, dann muss für ganz Europa eine Lösung her."

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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