So, 22. April 2018

Härtere Maßnahmen

25.01.2018 18:00

Schulschwänzen: Weniger Sozialgeld für Eltern?

"Viele von uns haben ja schon resigniert", erklärt eine Lehrergewerkschafterin die gesunkenen Zahlen in der Schulschwänz-Statistik. Wurden 2010 in Wien noch 1222 Anzeigen verschickt, waren es 2017 nur 546. Der Stadtschulratspräsident will trotzdem den Druck auf die Eltern erhöhen und liefert dazu einen neuen Vorschlag.

Wie der kürzlich verabschiedete Schulschwänz-Beauftragte der Stadt Wien die Entwicklung beeinflusst hat, lässt sich kaum beurteilen: In den fünf Jahren seiner Tätigkeit ging zwar die Zahl der Anzeigen zurück, doch die Zahl der tatsächlich exekutierten Geldstrafen (bis zu 440 Euro) hat sich deutlich erhöht – so mussten im Vorjahr zwölf Eltern jeweils 420 Euro für das Schulschwänzen ihrer Kinder bezahlen, einmal war sogar der Höchstbetrag von 440 Euro fällig.

Die Daten zeigen aber einen klaren Rückgang bei den angezeigten schweren Fällen: 2010/2011 waren vom Magistrat 1222 Anzeigen verschickt worden, 2016/2017 waren es nur noch 546. Bei einem Plus von 13.253 Pflichtschülern seit 2010 auf aktuell 171.110 ist die Zahl der Schulschwänz-Delikte also gesunken.

Dazu erklärt Lehrergewerkschafterin Romana Deckenbacher (FCG): "Erstens funktioniert der seit 2012 gültige 'Fünfstufenplan' für Schulschwänzer mit Psychologen-Gesprächen und Vorwarnungen nicht wirklich. Bis Lehrer tatsächlich härtere Maßnahmen setzen können, vergehen Monate. Und zweitens könnte auch sein, dass viele Lehrer resigniert haben."

Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer (SPÖ) widerspricht: "Der 'Fünfstufenplan' hat sicher geholfen. Durch die damit verpflichtenden Gespräche zwischen Eltern und Lehrern kommt es zu weniger Anzeigen."

Finanzieller Druck auf die Eltern der Schüler
Das Problem werde aber ernst genommen, sagt Himmer: "Ich halte es für überlegenswert, wie beim Mutter-Kind-Pass einen Chancen-Pass einzuführen, durch den Eltern gewisse Leistungen nur dann bekommen, wenn sie ihre Aufgabe als Erziehungsberechtigte ernst nehmen." Von Türkis-Blau wird dazu sicher wenig Widerstand kommen. 

Richard Schmitt
Richard Schmitt

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