Fr, 24. November 2017

Falscher Kurs

11.09.2009 11:06

Ballon aus Salzburg in Algerien gelandet

Beim berühmtesten Ballon-Rennen der Welt hat es den mehrfachen Staatsmeister aus Salzburg, Gerald Stürzlinger, nach Afrika verschlagen. Der Chef einer großen Software-Firma in Ried (Oberösterreich) war am Samstag mit seinem Ballon in Genf gestartet. Nach 1.044 Kilometern strandete der Ballon am Mittwoch an der algerischen Küste. Pilot und Co-Pilot blieben unverletzt, waren aber in Polizeigewahrsam, bis die Botschaft alle Formalitäten erledigt hatte.

Das "Gordon Bennett Rennen" ist der härteste Bewerb für Gas-Ballone. 16 Teilnehmer starteten dazu am vergangenen Samstag von Genf aus, unter ihnen war auch der mehrfache Staatsmeister Gerald Stürzlinger und sein Co Nikolaus Binder. Fünf Tage und 1.044 Kilometer lang waren beide in der Luft, am Mittwoch kam das Aus für das Salzburger Team.

Afrikanische Küste hätte gemieden werden sollen
Heinz Stürzlinger, der Vater des Piloten, zur "Krone": "Wir haben bisher nur ein knappes SMS bekommen, dass beide unverletzt sind und dass sie und der Ballon sich noch im Gewahrsam der algerischen Polizei befinden." Denn die afrikanische Küste, die Balkanländer und die Türkei sollten im Rahmen des Gordon-Bennett-Coups eigentlich aus Sicherheitsgründen nicht angeflogen werden.

Deutsche Teams auf Menorca gelandet
Heidrun Prosch, Pressesprecherin der Österreicher, hat die Fahrt mitverfolgt: "Die Meteorologen haben immer Ostwind versprochen, tatsächlich wehte der Wind allerdings beständig in Richtung Süden." Die Salzburger waren unter den ersten fünf Ballons, zwei deutsche Teams zogen bereits auf den spanischen Balearen die Notbremse: Mit 50 km/h krachten sie auf Menorca gegen den Strand - sie wollten nicht in Richtung Afrika aufs Meer geweht werden.

Den Link zu den genauen Positionen, Fahrtstrecken und Landepunkten aller Ballonteams findest du in der Infobox!

Freudige Begrüßung
Die Salzburger aber trieben an den Inseln vorbei und hatten gar keine andere Chance, als ihre Fahrt fortzusetzen. Fast einen Tag lang stand ihr "Nicaero Nautico"-Ballon bei völliger Flaute nur zehn Kilometer von der algerischen Küste entfernt, ohne sich zu bewegen, in der Luft. "Als sie schließlich im kleinen Dorf Taksebt, 130 Kilometer östlich von Algier landeten, bereitete ihnen die Bevölkerung dort einen unheimlich herzlichen Empfang", weiß Heidrun Prosch: "Die Leute brachten Wasser und Obst und der Bürgermeister schmiss gleich ein ordentliches Fest für die Salzburger."

Weitere Teams in Algerien
Einige Kilometer weiter mussten auch ein belgisches und ein finnisches Team mit ihren Ballons in Algerien landen. Vater Heinz Stürzlinger hofft jetzt auf eine baldige Rückkehr: "Eine normale Kontaktaufnahme ist derzeit ja schwer möglich."

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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