Mo, 23. Oktober 2017

Verdacht geschöpft

04.09.2009 10:26

Bankkassiere verhindern „Neffen“-Betrug

Detektivische Fähigkeiten haben die Kassiere einer Salzburger Bank bewiesen: Gerade noch rechtzeitig konnten sie einen neuen Betrug mit dem "Neffen"-Trick verhindern. Als eine Stammkundin mit dem Vornamen Gisela 20.000 Euro beheben wollte, schöpften sie Verdacht und verhinderten die Überweisung.

Die Betrügerbande hatte am Mittwoch zahlreiche Salzburgerinnen mit den Vornamen Gisela und Irma angerufen. Und eine Pensionistin glaubte ihnen tatsächlich. Sie dachte, sie hätte mit ihrem Neffen gesprochen. Dieser wollte angeblich eine Wohnung kaufen und benötigte dringend Geld.

Kassiererin schöpfte Verdacht
"Kannst du mir 20.000 Euro leihen?", fragte der vermeintliche Verwandte. Die Frau ließ sich erweichen und wollte helfen. "Ich brauche die Summe aber sofort, sonst bekommt ein anderer Bewerber den Zuschlag", meinte der falsche Neffe. Die Frau ging zur Oberbank-Filiale in der Neutorstraße in der Riedenburg. Als sie am Schalter 20.000 Euro beheben wollte, schöpfte die Kassiererin Verdacht. Denn normalerweise holt sich die Kundin nur kleine Summen. "Haben Sie sich das gut überlegt? Sollten wir nicht noch darüber reden?", fragte die Mitarbeiterin der Bank. Sie hatte die Berichte über die Betrugsfälle gelesen.

"Unser Team hat vorbildlich reagiert. Bei höheren Beträgen sprechen unsere Mitarbeiter mit den Kunden in einem eigenen Raum. Es geht nicht immer nur um Betrug, sondern auch darum, dass man nicht mit derart viel Bargeld herumlaufen sollte. Wir sind natürlich um die Sicherheit unserer Kunden bemüht", erklärt Sven Zeiss, Leiter der Oberbank-Filiale. Die Frau war sich nach dem Gespräch dann doch nicht mehr ganz sicher, ob sie tatsächlich mit ihrem Neffen gesprochen hatte.

Betrüger tauchte unter
Sie ging wieder heim und versuchte den "Verwandten" telefonisch zu erreichen. Doch die Betrüger hatten offenbar schon Wind davon bekommen, dass ihr Opfer nicht zahlen wird. Sie waren bereits untergetaucht. Die Betroffene erstattete schließlich Anzeige.

Die Ermittler in Sachen Neffen-Betrug hoffen, dass künftig bei allen Banken sofort reagiert wird, wenn ältere Leute viel Bargeld abheben: "Nur mit Aufklärung können wir diesen Gaunern das Handwerk legen. Denn anders sind sie schwer zu fassen. Sind wir ihnen auf der Spur, ziehen sie in die nächste Stadt weiter."

von Manuela Kappes, Kronen Zeitung
Bild: Sven Zeiss und Katharina Romagna von der Oberbank

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