Fr, 24. November 2017

„Es sieht gut aus“

23.08.2009 10:29

Arm nach Häckslerunfall wieder angenäht

In einem achtstündigen Operations-Marathon ist es vier Fachärzten im Salzburger UKH gelungen, einem Landwirt (52) aus Elsbethen den Arm wieder anzunähen, mit dem er in einen Häcksler geraten war. Geht alles gut, könnte der Mann in einem Jahr die Gelenke wieder fast wie früher bewegen, verrät Oberarzt Dr. Josef Obrist (Bild).

Herr Dr. Obrist, wie ist die Operation bei Matthias R. verlaufen?
"Die Rettungskräfte haben den abgetrennten Arm in einem guten Zustand hergebracht, das heißt, er war gekühlt. Vier unserer Fachärzte aus dem Replantationsbereich haben acht Stunden lang operiert. Sie konnten alle Nerven, Gefäße und Sehnen zusammennähen. Der Arm ist durchblutet, das ist sehr zufriedenstellend. Es sieht gut aus."

Kann es noch zu Komplikationen kommen?
"Eine endgültige Aussage können wir erst in einigen Wochen machen. Gefährlich wird es, wenn durch den Schwellungszustand die Durchblutung abnimmt. Da kann es dann sein, dass weitere Operationen nötig sind. Dabei muss man die Haut öffnen und entsprechende Korrekturen vornehmen."

Wie hat der Patient auf die Informationen reagiert?
"Er ist ansprechbar und relativ gefasst."

Wie lange muss er im Spital bleiben und wie geht es danach weiter?
"Er wird sicher länger bei uns sein. Wenn die Heilung positiv verläuft, muss er anschließend zur Rehabilitation. Da sind etliche Physio- und Ergotherapiemaßnahmen nötig. Er hat aber die Chance, nach gut einem Jahr in den Beruf zurückzukehren."

Wird er den Arm dann so wie früher bewegen können?
"Durch die Narbenbildungen wird es kleinere Einschränkungen geben."

Das Replantationsteam des UKH ist bekannt, wie viele Ärzte gehören dazu?
"Im Moment sind es acht, zwei weitere sind in Ausbildung bei uns im Spital. Es gibt spezielle Trainings für Mikrochirurgie. Da wird unter dem Mikroskop mit Kunststoff-Präparaten gearbeitet. Außerdem absolvieren die Ärzte auch auswärts viele Kurse. Wir sind anerkannt und haben daher auch Patienten aus Tirol, Oberösterreich und Bayern."

Interview: Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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