Mi, 22. November 2017

Elektronifiziert

03.07.2009 12:49

Vienna Symphonic Lounge: „A Trip to the Core“

Klassik trifft auf Moderne – ein Konzept, dass spätestens seit Mitte der 90er-Jahre mit Vanessa Mae, Rondo Veneziano oder auch VSOP in der Musik mit regelmäßiger Wiederkehr stattfindet. Im Rahmen ihres "Vienna Symphonic Lounge"-Projekts wagen sich jetzt auch die beiden Soundtüftler Martin Böhm und Ludwig Coss an die Verschmelzung von klassischen Harmonien mit elektronischen Beats. Unterstützung bekommen sie dabei von den Wiener Symphonikern.

Die Idee zum Projekt entstand auf Ko Samui, unterwegs vom Chaweng Beach in Richtung Zentrum. Tausende Kilometer von der österreichischen Heimat entfernt stieß Ludwig Coss entlang der Strandpromenade der thailändischen Insel auf für diese Gegend außergewöhnliche Straßenmusikanten: ein Streichquartett, das Mozart spielte.

Vertraute Klänge mischten sich mit Bossa-Nova- und Latin-Grooves aus Straßenlokalen und dem treibenden Rhythmus einer Drum- & Beat-Kombo von der anderen Straßenseite - und legten so den Grundstein für "Vienna Symphonic Lounge" und deren nun vorliegendes Erstlingswerk "A Trip to the Core", das zugleich den Start einer mehrteiligen CD-Reihe mit den Wiener Symphonikern markiert.

Darauf zu hören: Sieben altbewährte "Klassiker" aus der Feder von Beethoven, Mozart und Haydn, die unter Einsatz von Beats, Loops, Samples und Synthies "mit äußerstem Respekt" zu einem neuen Hörerlebnis verwoben wurden und dabei Freunde entspannter Lounge- und Downbeat-Klänge ebenso begeistern dürften wie eingefleischte Klassik-Fans.

Hörproben findest du über den Link in der Infobox!

Beethovens "Für Elise" ertönt da in einer Ambient-Version mit leichten Ethno-Anleihen und Mozarts Sinfonie in G-Moll ("Una nueva vida") lädt mit lateinamerikanischen Bossa-Klängen zum Tanzen ein, während sich Haydns von sanften Piano-Klängen getragenes "La Roxolane" als perfekter Soundtrack für eine laue Sommernacht erweist. Mysteriös, dramatisch und mystisch zugleich hingegen die unverwechselbare, durch Jazz-Besen vorangetriebene Akkordfolge von Beethovens "Mondscheinsonate".

Weniger natürlich, dafür synthetisch kühl erklingt Haydns "Adagio", das mit seinen breiten, analogen Synthie-Flächen Erinnerungen an Michael Cretu oder Vangelis weckt. Abgelöst wird es vom nicht minder elektronischen "Alegretto" aus Beethovens Sinfonie in A-Dur, Opus 92/2, ehe Mozarts Serenade für Streicher in G-Dur ("Another Serenade") das imposante Ende dieses über 50 Minuten währenden Crossover-Streifzugs bildet - und bereits jetzt Lust auf weitere spannende Veröffentlichungen im Rahmen dieses Projekts macht.

Fazit: 8 von 10 neoklassizistischen Punkten

von Sebastian Räuchle

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