Fr, 15. Dezember 2017

Zufahrt zur Altstadt

18.06.2009 09:18

Politik hält an Poller-Lösung fest

"Poller sind unzuverlässig und eigentlich die schlechteste Lösung für die Altstadt", sagt Planungs-Stadtrat Johann Padutsch. Trotzdem will er 55 von ihnen aufstellen. Mit enormen Kosten: Mindestens 600.000 Euro für die Errichtung, jährliches Service: 300.000 Euro.

"Die Poller-Lösung ist halt als letztmögliche übrig geblieben", seufzt Planungs-Stadtrat Johann Padutsch. Er selbst hatte, als noch Kameras für die Überwachung der Fußgängerzone im Gespräch waren, festgestellt: "Poller sind weder sinnvoll noch zweckmäßig." Padutsch: "Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich Poller für die schlechteste Lösung halte."

Was hältst du von den Pollern in der Altstadt? In der Infobox findest du den Link zur Abstimmung!

Probleme für die Feuerwehr
Auch Salzburgs Berufsfeuerwehr hat massive Bedenken gegen einen Poller-Wall rund um die Altstadt: "Aus Erfahrung wissen wir, dass unmittelbar vor Pollern gerne geparkt wird. Eine Zufahrt für Einsatzfahrzeuge wäre dann unmöglich."

Auswirkungen auf Geschäftsleute fraglich
Dennoch beharrt Padutsch auf dem Poller-Plan, der schon am 8. Juli im Gemeinderat eine rot-grün-blaue Mehrheit finden soll. "Es gibt nicht einmal klare Vorstellungen der Stadt über die Auswirkungen dieser sündteuren Poller auf Geschäftsleute und Bewohner", ärgert sich ÖVP-Klubobmann Dr. Christoph Fuchs: "Trotz der Poller müsste ja weiterhin die Polizei kontrollieren. Sonst könnten ja die Fernbedienungen zur Versenkung der Poller ganz einfach weiter gegeben werden …"

Wo sind die Poller geplant? Eine Grafik dazu findest du in der Infobox.

Was machen die Fiaker?
Niemand weiß auch, wie das mit den Fiakern funktionieren soll, die ja oft im Minuten-Takt ausfahren. Hotelier Wolfgang Rottensteiner vom Hotel Wolf in der Kaigasse: "Wir wissen, was es heißt, hinter einem Schranken leben zu müssen. Poller, die eine ganze Altstadt abriegeln, wären eine Katastrophe. Es gibt keine Alternative zu den Polizei-Kontrollen."

Dass die Stadt-Politiker trotzdem die schlechteste Lösung verwirklichen und dafür Steuer-Millionen ausgeben wollen, versteht Vize-Bürgermeister Harald Preuner nicht: "Verantwortungslos und eine Gefahr für alle 15.000 Innenstadt-Arbeitsplätze."

von Wolfgang Weber (Kronen Zeitung) und krone.at

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