Fr, 17. November 2017

Du sprechen Hund?

02.06.2009 15:50

Warum Hunde den Postler beißen

Wenn ein an sich liebenswürdiger Hund plötzlich Appetit auf Briefträger bekommt und seine Zähne anscheinend aus heiterem Himmel in dessen Bein vergräbt, liegt ein Kommunikationsproblem vor. Wirklich. Hund, Herrchen und Postbote haben einander nämlich nicht verstanden.

Dabei ist der Grund für die Aggression aus Hundesicht doch ganz logisch und vollkommen gerechtfertigt: Er hat bemerkt, dass ein Fremder sich dem Grundstück nähert. Er beginnt nun mit kurzem Bellen die Familienmitglieder auf die potenzielle Gefahr aufmerksam zu machen. Da die Menschen auf den Briefträger aber partout nicht reagieren wollen, nimmt er die Sache selbst in die in die Pfote und legt sich ins Zeug, um den Eindringling durch aggressives Bellen zu vertreiben. Und siehe da: Er ist erfolgreich. Nach wenigen Minuten ist der Briefträger wieder gegangen. Der Hund hat gelernt, dass es Sinn macht, sich in diesem Fall aggressiv und lautstark zu äußern.

Die Unbelehrbaren kommen immer wieder
Doch: „Diese unbelehrbaren Postboten kommen wieder. Das meistens auch noch zu festen Zeiten – diese Nervensägen….“ , denkt sich der Hund. Zur territorialen Aggression kommt jetzt auch noch eine Frustrationsaggression hinzu. Getreu dem Motto: „Sag mal, hatte ich dir nicht schon gestern ordentlich Bescheid gegeben, dass du hier nichts zu suchen hast?“

Die aggressive Erregung des Hundes baut sich nun schon am Morgen auf und steigert sich von Tag zu Tag. Noch bevor der Hund den Postboten überhaupt bemerkt hat, ist er schon wachsam, da er auf den Eindringling wartet. Zu guter Letzt schlägt die Stimmung des Hundes gegenüber dem Postboten um: „Okay, wer nicht hören will, muss fühlen!“

Hund-Deutsch/Deutsch-Hund
Damit Hundebesitzer tierische Verhaltensweisen wie diese verstehen lernen, gewährt der Hunde-Coach Martin Rütter in dem Langenscheidt-Ratgeber „Hund-Deutsch/Deutsch-Hund“ Einblicke in die trickreiche Kommunikation zwischen Hund und Mensch. Auf witzige Weise „übersetzt“ Rütter typische Missverständnisse, erklärt erzieherische Maßnahmen aus Sicht des Menschen und aus der Sicht seiner Hündin „Mina“. Die Golden-Retriever-Dame fungiert als fiktive Co-Autorin, die übrigens der Meinung ist, dass die Post „viel Geld sparen könnte, wenn sie in Leckereien für Hunde investieren würde - sprich, wenn der Postbote sich nicht wie ein Eindringling, sondern wie der morgendliche ‚Leckerbissenlieferant‘ verhalten würde“.

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