Fr, 24. November 2017

Bär(lin)ig!

10.03.2009 17:33

Peter Fox im Wiener Gasometer

Die BA-Halle im Wiener Gasometer ist am Montagabend zu Klein-Berlin geworden. Der derzeit wohl gefeiertste Sohn der deutschen Hauptstadt war zu Gast: Peter Fox, Erfinder des Philharmonic Hip-Hop mit Triple-A-Lyrics feierte ein weiteres Top-Event. Sensationelles Debut-Album im Herbst des Vorjahres – ausverkaufte Konzerte trotz Verlegung in größere Hallen – Preise, Auszeichnungen... Es geht dahin.

Die wachsende Fangemeinde liebt ihren Star, macht Gesangs- und Klatscheinlagen mit ihm, singt alles mit, debattiert im Internet, ob der Meister „deutsche Seele“ meint oder „deutsche Szene“. Wie kommt es zu dieser völligen Übereinstimmung? Bewunderung für die Wahnsinnsarbeit, die für diesen Erfolg erforderlich war – eher nicht. Begeisterung über die wahnwitzigen Streichersequenzen im „Kopf verloren“ (eine Art Leitmotiv, das zu nie vorher gehörten Hörüberraschungen führt) - eher auch nicht. Vielleicht ist es die völlige Zustimmung zu den Texten, die auf alle Neurosen des Stadtaffen eingehen, aber auch voller Lebensfreude triumphieren, wenn ein liebes Zuckerpüppi da ist.

Zum Konzert: Ein Quantensprung gegenüber dem nicht ganz so tollen ersten Abend in Wien vor ein paar Monaten. ALLES SO SCHÖN NEU! Alles auf höchstem Standard! Backgroundgesang, ein cooles Bläsertrüppchen, Streicher, etc. reduzieren die fabelhaften Cold-Steel-Burschen auf ihren perfekten Anteil am musikalischen Feuerwerk. Originelle Videos im Hintergrund. Ein Stadtaffen-Alter-Ego hampelt herum.

Eröffnet wird mit der „Lok auf 2 Beinen“ – ein schönes Bild für den unermüdlichen Star. Bald folgt sein „Zukunftstraum“, wie er anmerkt, das todtraurige „Haus am See“. Alle zwölf Hits des „Stadtaffen – Albums“ werden präsentiert, zum Teil mit kleinen Ouverturen und fürs Konzert aufgepeppt. Dazu Gastauftritte (Miss Platnum gut bei Stimme), ein kleines Trommelkonzert und einige Remixes. „Dickes B an der Spree“ als Schlusssong – nachdem die Zugabenregie durch die Begeisterung des Publikums erweitert werden musste.

Man wünscht sich direkt, dass die Songzeile „Ich schreib noch schnell ne Oper, Baby“ realisiert wird und damit das schnelllebige Popuniversum überlistet wird.

Henri

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden