So, 27. Mai 2018

Verrückte Mutprobe

09.02.2009 12:26

Chinese durchschwimmt Wörthersee

Es regnet, es ist kalt und der Blick auf den grauen Wörthersee ist zwar idyllisch, aber alles andere als dazu einladend, sich ins vier Grad kalte Wasser zu stürzen. Außer für Yi Yang, einen chinesischen Austauschstudenten, der mit seinem Faible fürs Eisschwimmen auch am Sonntag in Krumpendorf für Aufregung sorgte. Unter dem Jubel vieler Schaulustiger stürzte er sich ins Wasser und kehrte rund 80 Minuten später zurück - zufrieden, aber blau-gefroren. Ein Paddelboot mit Rettern begleitete ihn bei seiner 2,6 Kilometer langen "Mutprobe".

Das Abenteuer beginnt im Kopf. Auch bei Yi Yang. Denn den eisigen Temperaturen hält der 27-Jährige bei seiner kilometerlangen Schwimmrunde von Krumpendorf ans gegenüberliegende Ufer nur eine Badehose, mit Powertape fixierte Gummihandschuhe sowie mit Plastikfolie umwickelte Füße entgegen. Und einen immens starken Willen. "Mentale Vorbereitung" ist sein Geheimnis.

Bilder von der "Mutprobe" findest du in der Infobox!

Deshalb mag er vor dem Start auch nicht viel reden - zur Enttäuschung des Publikums, das an dem trüben Wintersonntag Yi Yang bei seinem Hobby zuschaut. Auch nach seiner Rückkehr ist der Chinese nicht sehr gesprächig - allerdings unfreiwillig: Vor lauter Kälte kann er seinen Mund nicht öffnen.

Dabei hätte man gern gewusst, warum der Chinese den Winter und den Wörthersee so gern hat, dass er öfters hineinspringt und damit sogar schon einmal einen spektakulären Rettungseinsatz ausgelöst hat.

Großeinsatz im Dezember
Das war im Dezember, als er zu seiner ersten, "inoffiziellen" Mutprobe antrat. Freunde schlugen damals Alarm, weil sie Yi Yang im eiskalten Wasser nicht mehr sehen konnten. Den Großalarm hatte sich der vermeintlich Ertrunkene jedoch in aller Ruhe vom anderen Ufer aus angesehen...

"In China ist Eisschwimmen sehr populär", erklärt eine Kollegin des BWL-Studenten, die ihn bei seinen Trainingsrunden - er will ja beim Ironman mitmachen - unterstützt. "Da ist das nichts Besonderes."

Kerstin Wassermann, Kärntner Krone, und krone.at

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