Mo, 20. November 2017

Viele machten mit

14.01.2009 17:11

Mega-Andrang auf Lugners Kakerlaken-Wettessen

Mit seinem Vorhaben, aus dem Dschungel-Abenteuer seiner Ex-Frau Christina Kapital zu schlagen, hat Richard Lugner voll ins Schwarze getroffen: Hunderte Neugierige kamen am Montagabend zum Kakerlaken-Wettessen in die Lugner City. Der Baumeister hatte all jenen, die sich trauten, ein ekliges Menü aus eben Kakerlaken, Mehlwürmern, Maden, Grillen und Heuschrecken zu mampfen, 1.000 Euro versprochen, dem schnellsten Esser gar das Doppelte. Bereits im Vorfeld hatte Lugner für die Veranstaltung eine Anzeige kassiert. Doch das kümmert ihn gar wenig - und dem Interesse der Zuschauer tat es keinen Abbruch.

Am Montagabend hat sich gezeigt, dass auch Menschen, die keinen Promistatus haben, für Geld fast alles machen. In dem von Lugner organisierten Bewerb traten 20 Personen gegeneinander an. Sie verschlangen ohne lange nachzudenken lebendige Maden, riesige Heuschrecken und eine ganze Handvoll Kakerlaken. Wozu das Ganze? Nicht einmal für Bargeld, sondern für Einkaufsgutscheine. Für die Lugner City klarerweise.

"Die Würmer haben sich auf der Zunge bewegt"
So manchem Schaulustigen wurde bereits beim Zusehen schlecht, doch die meisten Teilnehmer stellten ihr Ekelgefühl hinten an. "Schmeckt gar nicht mal so schlecht, wenn dieser Panzer nicht dabei gewesen wäre", meinte zum Beispiel Sieger Gerhard, nachdem er eine zischende Schabe verspeist hatte. Einigen wurde es aber doch zu viel. Sie gaben freiwillig auf. "Ich habe aufhören müssen, sonst hätte ich mich angekotzt", erklärte Teilnehmerin Martina. "Die Würmer waren am schlimmsten, die haben sich auf der Zunge bewegt."

Der Baumeister selbst wollte übrigens von der unappetitlichen Insektenschar nicht probieren: "Ich esse lieber Austern mit Ketchup. Die feinen Spezialitäten lasse ich den Kunden übrig", so Lugner. Nach dem eigentlichen Bewerb stellten sich noch rund 40 Zuseher an, um selbst Heuschrecken zu verspeisen. Pro Insekt gab es einen 50 Euro Einkaufsgutschein.

Anzeige wegen Tierquälerei
Der Österreichische Tierschutzverein hatte bereits im Vorfeld Anzeige wegen Tierquälerei erstattet. Laut § 5 des Tierschutzgesetzes sei es unter anderem untersagt, "einem Tier ungerechtfertigt Schäden zuzufügen, genau dies ist aber bei Lugners Wettessen der Fall", kritisiert der Tierschutzverein. Marion Löcker von der Organisation dazu:" Es kommt immer mehr in Mode, dass sogenannte Promis Tiere dazu benutzen, um in die Medien zu gelangen. Wir fordern daher, dass Tierschutz endlich in der Verfassung verankert wird, um derlei tierquälerischen Unfug nachhaltig verbieten zu können."

Lugner ist sich keiner Schuld bewusst
Der Baumeister zeigte sich von der Aktion ungerührt: "Das tut mich nicht weiter aufregen", hatte der 76-Jährige am Nachmittag gesagt. Er sei sich keiner Schuld bewusst. Die Kakerlaken, Maden, Mehlwürmer, Heuschrecken und Grillen, die bei dem Wettessen kredenzt würden, seien ausschließlich "Futtertiere zum Verfüttern an andere Tiere".

"Man sollte für Geld nicht alles machen"
Vom Auftritt seiner Ex-Frau in der RTL-Serie "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" (mehr dazu in der Infobox) ist Lugner trotzdem nicht begeistert: "Man sollte für Geld nicht alles machen", kritisierte der Baumeister. Ob ihm die Idee für seine Dschungel-Party vor oder nach dieser Aussage gekommen ist...?

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