Mo, 23. Oktober 2017

Mutterseelenallein

26.12.2008 19:20

Vierjähriger im Spital von St. Pölten ausgesetzt

Mutterseelenallein sitzt er in seinem Bettchen. Mit traurigen Augen blickt er die Krankenschwestern an: Seit wenigen Tagen vermisst ein etwa vierjähriger Bub in St. Pölten seine Eltern. Denn das Kind - vermutlich asiatischer Herkunft - wurde in einem Lift der Klinik der niederösterreichischen Landeshauptstadt ausgesetzt. Besucher fanden den Kleinen und übergaben ihn den Ärzten.

Leise wimmernd und völlig hilflos lag der Bub in einem Lift des Krankenhauses in St. Pölten. Denn der Buggy, in dem ihn vermutlich seine Mutter stehen gelassen hatte, war umgestürzt.

Bub ist körperlich und geistig behindert
"Er war völlig sich selbst überlassen", schildern Besucher, die das Findelkind schon Freitagnachmittag entdeckten. Sofort alarmierten sie über den Infopunkt der Medizinischen Abteilung des Krankenhauses einen Arzt. Der kleine Patient war zwar unverletzt, doch er ist geistig und körperlich behindert. "Unser Schützling kann weder selbstständig stehen noch sprechen", hieß es Sonntagnachmittag von Seiten des Spitals.

Und dennoch dürfte die Mutter, die wohl aus tiefer Verzweiflung gehandelt hat, sich noch im Abschiednehmen um ihren Sohn gekümmert haben. Denn der Bub war in eine gefütterte Jacke gepackt, trug außerdem mehrere selbst gestrickte Pullover und eine warme Unterhose. Jetzt wird das Findelkind liebevoll in der Kinderabteilung des Landesklinikums umsorgt. Hinweise auf die Eltern werden unter der folgenden Telefonnummer entgegengenommen: 059133/353333.

von Mark Perry und Lukas Lusetzky, Kronen Zeitung

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