Fr, 25. Mai 2018

Helfen, nicht strafen

24.10.2008 11:47

Diskussion um neue Grazer Ordnungswache

Eine neue Grazer Ordnungswache nach Schweizer Vorbild? Der Vorstoß des grünen Gemeinderats, Stefan Schneider, sorgt für unterschiedliche Reaktionen: "Durchaus denkbar", meint Otmar Pfeifer, Leiter der Sozialinterventionsstelle der Stadt Graz. ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl ist nicht begeistert.

Wie die "Krone" berichtete, fordert Schneider eine Neuausrichtung der Grazer Ordnungswache nach Berner Vorbild. Der Schwerpunkt, so Schneider, liege dort nicht auf quasi-polizeilicher, sondern vielmehr auf sozialarbeiterischer Arbeit: "Strafen sind nur aller letztes Mittel!" Die Spielregeln, was man darf und was nicht, würden die Mitarbeiter von "Pinto", so der Name der Berner Ordnungswache (siehe unten), mit den Betroffenen aushandeln - "und das funktioniert", betont Schneider.

"Grundsätzlich sinnvoll"
Otmar Pfeifer, einer der profiliertesten Sozial-Experten der Stadt Graz, hält den Vorschlag Schneiders für "grundsätzlich sinnvoll". Man müsse nur prüfen, ob die städtischen Ordnungshüter für Sozialarbeit geeignet sind.

Nagl "not amused"
Nagl - er ist zuständig für die Ordnungswache - ist da schon weitaus weniger begeistert: Die Aufgaben der Ordnungswache seien klar definiert ("Hundeleine-Pflicht bis Taubenfütterungsverbot"), die Ordnungshüter keine Sozialarbeiter. Man arbeite jedoch an der Schaffung einer - der Berner Pinto-ähnlichen - "Gebietsbetreuung".

PINTO - die Ordnungswache in der Schweizer Hauptstadt Bern:
PINTO steht für Prävention, Intervention und Toleranz. Das Personal trägt keine Uniform im herkömmlichen Sinn! Erkennungsmerkmal: rote Jacke.
Was will PINTO? Im Mittelpunkt steht die Koexistenz von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Öffentliche Plätze sollen Begegnungs- und Aufenthaltsort für alle (!) gesellschaftlichen Gruppen sein. Wie arbeitet PINTO? Durch Präsenz und kontinuierlichen Dialog sollen Konflikte und deren Eskalation sowie ein "chronischer" Aufenthalt (Herumlungern) verhindert werden. Wer arbeitet für PINTO? Das Personal ist einschlägig vorbelastet. Sämtliche Mitarbeiter haben mehrjährige Berufserfahrung in den Bereichen Sozial- und Jugendarbeit, Psychologie, Psychiatrie, Gesundheits- oder Asylwesen.

von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"

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