Sa, 18. November 2017

Selbststeuernd

17.09.2008 11:07

Magnet-Leitsystem macht Busfahrer überflüssig

Forscher der University of California in Berkeley (UCB) haben ein magnetisches Leitsystem entwickelt, mit dessen Hilfe sich ein Bus selbst präzise lenken kann. Damit kann das Fahrzeug Stationen mit höchster Präzision ansteuern und so die Betriebseffizienz öffentlicher Linienbusse steigern. Bei einer Testfahrt auf öffentlicher Straße hat zwar noch ein Fahrer die Geschwindigkeit kontrolliert, doch das System könnte auch die komplette Steuerung des Busses übernehmen.

Das UCB-System setzt auf in die Straßenoberfläche eingebettete Magnete als Leitsystem. Sensoren an Bord des Busses erkennen die Magnete und geben die Information an ein Computersystem weiter, welches das Fahrzeug lenkt. Bei einer Testfahrt wurde demonstriert, wie der Bus eine Station auf einen Zentimeter genau anfahren konnte. Diese Präzision könnte beispielsweise dadurch einen effizienteren Betrieb ermöglichen, dass Rollstuhlfahrer einfach ohne spezielle Rampen zusteigen könnten, glaubt man an der UCB. "Die Demonstration ist ein wichtiger Schritt, um die Technologie vom Testgelände auf echte Straßen zu bringen", betont Wei-Bin Zhang, Leiter des Forschungsprogrammes.

Während bei der öffentlichen Vorführung noch ein menschlicher Fahrer Gas geben und bremsen musste, konnte das UCB-Team auf einem geschlossenen Testgelände schon eine vollautonome Fahrzeugkontrolle demonstrieren. Der Autopilot könnte aber jederzeit von einem menschlichen Fahrer deaktiviert werden. Das System ist sowohl für klassische Linienbusse als auch für moderne Transitkonzepte mit eigenen Busspuren vorgesehen. "Wir sehen ein steigendes Interesse von Transitbehörden an dieser Technologie, denn sie steigert die Effizienz von öffentlichen Bussystemen annähernd auf die Stufe von Stadtbahnen, aber zu deutlich geringeren Kosten", meint Zhang.

Mit GPS zum Ziel
Nicht auf Magnete, sondern auf GPS, Trägheitsnavigation und 3D-Karten setzt der Ingenieur Anthony Levandowski, der einen Toyota Prius zum autonomen Fahrzeug "Pribot" aufgerüstet hat. Der Pribot konnte bereits eine 25-minütige Straßen-Testfahrt in San Francisco erfolgreich absolvieren. Dazu wurde auf Basis von Laser-Messungen eine 3D-Karte der Fahrtroute erstellt, wie "Cnet" berichtet. Mithilfe dieser Karte, GPS-Daten, einem Navigationssystem und Infrarot-Laser-Sensoren zum Abtasten der Umgebung konnte Pribot ohne gröbere Zwischenfälle über die Strecke navigieren. Lediglich Kratzer von einer Rampenauffahrt habe es gegeben.

Bis völlig selbstfahrende Fahrzeuge ein Standard werden, wird es wohl noch dauern. Eine Fahrhilfe für den Zubehörmarkt könnte es aber innerhalb von drei Jahren geben, so Levandowski. "Sie wird helfen die Spur zu halten, schonend nach links und rechts zu steuern, dem Kurvenverlauf zu folgen und das Tempo ans Vorderfahrzeug anzupassen", so der Ingenieur. (pte)

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden