Sa, 26. Mai 2018

Drama im Wald

15.09.2008 11:25

Tod von Holzarbeiter zwei Tage lang unbemerkt

Vergeblich auf den täglichen Anruf ihres Sohnes wartete seit Freitag eine Landwirtin in der Steiermark. Die Frau hatte Angst, dass ihm etwas zugestoßen sei und alarmierte die Polizei. Ihr Gefühl hatte die Mutter nicht getäuscht. Bergretter fanden den tödlich verunglückten Holzarbeiter im Schlegelwald in Wagrain im Bundesland Salzburg.

Sehr große Sorgen um ihren Sohn machte sich eine Landwirtin aus St. Martin am Grimming in der Steiermark. Willibald Kindler (54), der als Holzarbeiter im Schlegelwald in Wagrain tätig war, hatte sich schon zwei Tage lang nicht mehr bei der Mutter telefonisch gemeldet. Normalerweise rief er sie aber jeden Tag an. Kurz nach 21 Uhr alarmierte die Frau am Samstag schließlich die Polizei.

Gefährliches Terrain
Diese schickte sofort einen Suchtrupp in den Schlegelwald. "Der Revierförster konnte uns genau sagen, wo der Mann arbeitete. Wir sind über eine Forststraße ein Stück hinaufgefahren. Die restlichen 200 Höhenmeter mussten wir zu Fuß zurücklegen", schildert Benedikt Oberhuber, Leiter der Bergrettung in Wagrain. Er und seine elf Kollegen mussten extrem vorsichtig sein. "Das ist ein frisch geschlägerter Wald. Dort ist es sehr gefährlich. Und es war stockdunkel, zum Teil sumpfig, steil und nass", so der Helfer.

Kurz nach 23 Uhr stießen die Einsatzkräfte dann auf rund 1550 Metern Seehöhe auf das Raupenfahrzeug, das dem Steirer für die Holzarbeiten diente. "Der Mann lag leblos am Boden. Er dürfte von einem zurückschnellenden Baum getroffen worden und dann drei Meter vom Fahrzeug abgestürzt sein", mutmaßt Benedikt Oberhuber.

Mann dürfte sofort tot gewesen sein
Für Willibald Kindler kam jede Hilfe zu spät. Er dürfte nach dem Unglück auf der Stelle tot gewesen sein. Eine Obduktion soll das genau klären. Der Mann hatte allein gearbeitet, deswegen fiel seine Abwesenheit in Wagrain vorerst niemandem auf.

In seiner Heimatgemeinde St. Martin am Grimming trauerten die Bewohner mit Kindlers Eltern. Der Mann lebte nach der Scheidung von seiner Frau vor vier Jahren bei seinem Vater und seiner Mutter am Bauernhof. Er hinterlässt einen erwachsenen Sohn und eine Tochter.

Von Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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