Die klare Strategie der EU (wenn es diese in der EU überhaupt gibt) war seit Kriegsbeginn in der Ukraine immer, die Abhängigkeit aller Mitgliedsländer von russischem Gas weitgehend auf null zurückzuschrauben. Auf diesen gemeinsamen Nenner wollte man alle Mitgliedstaaten einschwören, auch wenn es für einzelne Länder (wie auch Österreich) mit einer erheblichen Verteuerung der Energiekosten verbunden war. Ungarn und die Slowakei spielten da jedoch nicht mit und bezogen weiter billiges Gas aus Russland über die Druschba-Pipeline. Vor einigen Wochen wurde diese aber im Zuge der Kriegshandlungen unterbrochen. Ob durch russische Angriffe oder durch die Ukraine selbst (siehe auch Sprengung von Nord Stream 2), wer weiß es schon? Ungarn auf jeden Fall wollte die Lieferunterbrechung nicht akzeptieren und forderte eine sofortige Wiederaufnahme der Gaslieferungen, blockierte als Druckmittel einen 90-Milliarden-Kredit der EU für die Ukraine und hatte damit wieder einmal durchschlagenden Erfolg. Die Ukraine und die EU einigten sich jetzt darauf, die Pipeline bis Anfang Mai zu reparieren – mit technischer und natürlich auch finanzieller Hilfe der EU. Die EU verrät also ihre eigenen Vorgaben, nämlich kein Russengas mehr in der Gemeinschaft zuzulassen, und verdonnert alle Mitgliedstaaten dazu, sich auch noch finanziell zu beteiligen. Statt dass man die Kosten für die Reparatur nur den beiden Nutznießern Slowakei und Ungarn aufbürdet, geht man lieber wieder vor Herrn Orbán in die Knie, weil vielleicht stimmt er dann doch dem Milliarden-Kredit an die Ukraine zu. Erpressung ist das halbe Leben, frag auch nach beim amerikanischen Präsidenten!
Gerhard Hintermeier, St. Pölten
Erschienen am Fr, 20.3.2026
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