Das freie Wort

Versicherungs- und Bankgebühren

Wie der Chef der VIG (Vienna Insurance Group), Hartwig Löger, bekannt gab, liegen die jährlichen Versicherungsprämien pro Kopf in Österreich im Durchschnitt mit 2322 Euro am höchsten. In anderen Märkten sind sie deutlich niedriger, häufig dreistellig. Somit wird klar, warum die heimischen Versicherungen jährlich neue Rekordgewinne machen. Auch ihre Jammereien nach Unwettern sind letzten Endes nur Show, da sie am Jahresende trotzdem wieder höhere Gewinne haben. Auch dass sie mit den privaten Krankenversicherungen eine weitere halbe Milliarde Gewinn machen, wird kaum erwähnt. In Zeiten, wo wir die höchsten Teuerungen EU-weit haben (im Oktober wieder 4 Prozent) und die arbeitende Bevölkerung sowie die ehemaligen Leistungsträger, also die Pensionisten, mit Lohn- und Pensionserhöhungen unter dem Teuerungsindex abgefertigt werden, sollten auch diese hoch gewinnbringenden Monopolbetriebe ihren Beitrag leisten. Spätestens beim berühmten Sauschädelessen erwarte ich mir, dass die Regierungsspitzen den Versicherungen und Banken klarmachen, dass auch sie mal ihre jährlichen Gebührenerhöhungen diesmal unter dem Preisindex lassen (so wie die heurigen Lohnerhöhungen), um die Bevölkerung zu entlasten. Ansonsten soll eine spezielle Gewinnabgabe für diese geschützten Institute zur Staatsschuldenreduktion in Betracht gezogen werden. Als gelernter Österreicher befürchte ich jedoch, dass unsere Regierungsspitze vor lauter Erzählungen über ihre Abenteuer bei den New-York-, Ukraine-, Brüssel- und Ägyptenreisen keine Zeit haben wird, über so unwichtige Dinge zu sprechen.

Ing. Anton Kern, Graz

Erschienen am Di, 4.11.2025

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