Das freie Wort

Putin als Friedensbringer?

Die Medien melden, dass der russische Präsident Wladimir Putin anlässlich einer Rede vor Offizieren erklärt hat, er habe nicht die Absicht, einen NATO-Staat anzugreifen, und alle Befürchtungen von Ländern wie etwa Polen, den baltischen Staaten Tschechien oder der Slowakei seien völlig grundlos und aus der Luft gegriffen. Dazu ist zu sagen: Ein Versprechen Putins ist so viel wert wie ein ungedeckter Scheck, das hat die Vergangenheit bewiesen. Dass er aber kein NATO-Land angreifen will, ist nicht einer bei ihm plötzlich ausgebrochenen Friedfertigkeit geschuldet, sondern beruht schlicht und ergreifend auf der Tatsache, dass Putin ganz genau weiß, dass ihm die NATO auf allen konventionellen militärischen Ebenen haushoch überlegen ist (auch ohne die USA). Das zeigt der zweijährige Krieg gegen die Ukraine, in dem sich seine Armee – vor der sich angeblich ganz Europa fürchtet – nicht gerade berauschend erfolgreich zeigt. Und seine Drohung, im Fall des Falles die atomare Trumpfkarte zu ziehen, ist eigentlich nur dann zu fürchten, wenn er Sehnsucht nach der Zerstörung seines Landes und der darin wohnenden Menschen haben sollte. Denn er und seine militärischen Berater und Gefolgsleute wissen ganz genau, dass für den dann zu erwartenden dritten Weltkrieg ein ehernes Gesetz gilt: Wer als Erster zuschlägt, stirbt als Zweiter – und das „todsicher“.

Josef Rosenberger, Sinabelkirchen

Erschienen am Fr, 5.4.2024

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