In Zeiten, da wir Mohrenköpfe, Zigeunerräder und das Eskimo-Eis abschaffen müssen, macht mir eine Diskriminierung anderer Art weit mehr Sorgen. Nämlich die Diskriminierung durch Sprache. Unzählige größtenteils völlig entbehrliche Anglizismen verunstalten unsere deutsche Sprache. Thinktank, Task Force, Headlines, Ballroom, Leaderboard, Primetime, Bashing, Basics, Account, Snow Space, Public Viewing, Flatrate, Newsroom – die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Ich bin sicher, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Bevölkerung bei einer Umfrage diese Begriffe nicht korrekt übersetzen würde und damit deren Bedeutung nur erahnen kann. Ist das nicht schlimmste Diskriminierung, wenn sich eine vermeintliche Elite wissentlich Kommunikationsformen bedient, die ein Teil der Bevölkerung nicht oder nur teilweise versteht? Für all diese überbordenden Anglizismen gibt es eine eindeutige und allen verständliche deutsche Übersetzung. Ein weiterer Auswuchs der Verunglimpfung unserer Sprache findet in den sozialen Medien, vorwiegend durch Jugendliche, statt. Um nicht augenblicklich der Unkenntnis jeglicher Rechtschreibung überführt zu werden, wird hier teilweise nur mehr in nahezu unverständlichen rülpserähnlichen Kürzeln kommuniziert. Diese Verständigung hört sich dann ähnlich wie in einem Kindergarten an. Kindergarten – ausnahmsweise ein Wort, das aus dem Deutschen ins Englische übernommen wurde.
Alexander Neumann, Grünbach am Schneeberg
Erschienen am Sa, 24.10.2020
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