Hausgeräte-Studie
Billig bzw. alt ist oft teuer
Herde, Kühlgeräte, Waschmaschinen – das sind die Geräte, über die fast jeder österreichische Haushalt seit Jahren bereits verfügt. Relativ neu ist in den letzten Jahren der Boom von Geschirrspülern: Rund 72 Prozent der heimischen Haushalte wollen mittlerweile auf diese Arbeitserleichterung nicht verzichten.
Kein Wunder also, dass sich der Hausgerätemarkt bei diesem Sättigungsgrad schon seit Jahren vorwiegend im Ersatzkaufbereich bewegt. Neue Hoffnungsmärkte sind lediglich Espressomaschinen, Wäschetrockner und Dampfgarer.
Allerdings: Trotz der hohen Abdeckung lebt es sich für die Hersteller der elektrischen Helfer im Haushalt auch im Ersatzkaufbereich mehr als gut. Und die Aussichten sind auch in diesem Jahr, so zumindest die Ergebnisse der Studie, deutlich rosig: Schon im letzten Jahr gaben die Österreicher 661 Millionen Euro für Hausgeräte aus, was einer Steigerung von knapp zwei Prozent entsprochen hat. Und in diesem Jahr planen sogar 46 Prozent eine Neuanschaffung, was um sechs Prozent mehr sind als noch vor zwei Jahren. 2003 waren es übrigens lediglich noch 30 Prozent Kaufwilliger.
Der große Irrtum über das Alter
Die Gründe für einen Hausgerätewechsel sind unterschiedlich, im Ersatzkauf spielen naturgemäß und weiter nicht verwunderlich vor allem das Alter, aber auch neuerdings der Energieverbrauch, eine Rolle. „Die Österreicher sind durchaus energiebewusst“, lobt daher auch Josef Vanicek, Pressesprecher des „Forum Hausgeräte“ nicht ganz uneigennützig. Handicap an der Sache: “Aber viele wissen gar nicht, wie viel Strom ihre Geräte tatsächlich verbrauchen oder wie alt diese sind.“
Beim Alter der eigenen Geräte tun die Österreicher bevorzugt das, was ansonsten am liebsten Frauen bei anderen Frauen tun: Sie schätzen einfach die Jahre. Und im Gegensatz zu den geschätzten Jahren von Frauen über Frauen fällt diese Schätzung der eigenen Hausgeräte meist um vieles altersfreundlicher aus als es der Realität entspricht.
Denn, so die Ergebnisse der Studie, geht es nach der Selbsteinschätzung der Österreicher, dann beträgt das Durchschnittsalter der Hausgeräte im eigenen Haushalt sechs Jahre. Lediglich 13 Prozent der großen Hausgeräte (Herd, Kühlschrank etc.) hat nach Meinung der Befragten schon über zehn Jahre am Buckel.
Stimmt nicht. „Die angegebene Altersstruktur ist leider ein Wunschdenken“, beeilt sich Josef Vanicek richtigzustellen. Aufgrund des Alters der entsorgten Geräte sowie zahlreichen Untersuchungen weiß man, dass die durchschnittliche Nutzungsdauer von Herden, Geschirrspülern, Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräten bei 15 Jahren liegt. Also nicht schlappe 13 Prozent, sondern fette 40 Prozent dieser Geräte sind älter als zehn Jahre. Schlichtweg Überalterung in den heimischen Haushalten.
Das ist den Konsumenten beim Kauf wichtig
Beim Kauf von Hausgeräten sind den Österreichern vor allem vier Punkte fast gleich wichtig: An oberster Stelle steht die Qualität (77 Prozent) und immerhin schon an 2. Stelle die Verbrauchswerte bei Strom und Wasser (74 Prozent). Gleichauf mit dem gestärkten Energiebewusstsein liegt ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis (ebenfalls 74 Prozent) und dann eine lange Lebensdauer (72 Prozent).
Und eines steht mit dieser Studie auch fest: Beim Hausgerätekauf hat der berühmte „Schnäppchen-Jagd-Instinkt“ erstmal Pause. Denn das Kriterium „Billigpreis“ rangiert bei dieser Umfrage (der Markenhersteller!) weit abgeschlagen auf den hintersten Plätzen.
Eine einfache Bedienung ist für die Hälfte der Befragten sehr wichtig. Weitere Kriterien: Entscheidung für Einbau- oder Standgerät, technische Innovation, Lieblingsmarke und Design.
300 Euro Ersparnis im Jahr
Wie zurzeit in so gut wie beinahe jedem Bereich will auch das Forum Hausgeräte sich nicht ganz allein auf das „grüne Gewissen“ der potenziellen Käufer verlassen und so fehlt auch hier die rechnerische Belohnung umweltfreundlichen Verhaltens nicht.
Das Einsparungspotential durch einen zeitgerechten Austausch alter Hausgeräte liegt laut Experten bei rund 2.000 kWh Strom und 300 Euro pro Jahr und Haushalt. Anzumerken ist allerdings auch bei diesen Einsparungen, dass sich die in Aussicht gestellten Ersparnisse durch einen Neukauf ja leider nicht schon auf dem eigenen Konto befinden und schon zum Kauf verwendet werden können.







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