16.01.2008 13:30 |

Australian Open

Koubek in Runde drei, Bammer ausgeschieden

Stefan Koubek hat am Mittwoch die dritte Runde der mit 12,45 Millionen Euro dotierten Australian Open erreicht. Der 31-jährige Kärntner rang nach toller Leistung und 2:15 Stunden den Weltranglisten-41., den Argentinier Agustin Calleri, mit 6:3, 7:6(6), 7:6(5) nieder und steht damit beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres zum dritten Mal in Runde drei. Nach sechs Jahren ohne Sieg in Melbourne kämpft Koubek am Freitag nun gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu (Nr. 23) um den Einzug ins Achtelfinale. Dort könnte es zum Schlager mit Rafael Nadal, dem als Nummer 2 gesetzten Spanier, kommen. Sybille Bammer hingegen erwischte einen rabenschwarzen Tag und schied gegen die bisher kaum bekannte, 22-jährige Taiwanesin Hsieh Su-wei aus.

Auf Court 7 im Melbourne Park zeigte Koubek eine ausgezeichnete Leistung gegen den Argentinier, der allerdings auch etwas Pech hatte, dass er in drei Sätzen verloren hat. "Heute muss ich sagen, war ich sehr glücklich. Ein paar Entscheidungen sind wirklich auf meine Seite gefallen, ein paar Mal hat er bei wichtigen Ständen riskiert und verloren", gestand Koubek. Vor allem als Calleri im zweiten Satz bei 6:5 und 30:40, Aufschlag Koubek voll auf den Winner ging und seine Rückhand longline nur hauchdünn im Out landete. In der Folge vermochte Calleri zwei weitere Satzbälle im Tiebreak nicht zu nützen.

"Ich war heute der Glücklichere, habe aber auch gut gespielt", so Koubek nach dem Spiel. "Ich habe zu guten Zeitpunkten auch wirklich gut serviert und bin echt froh, dass es in drei Sätzen über die Bühne gegangen ist", war er erleichtert. Calleri war heuer immerhin schon in den Viertelfinali von Doha und Sydney.

Die Frage, ob man derzeit den bisher besten Stefan Koubek überhaupt sieht, bejahte er. "Ich glaube schon, ich hab im Winter super trainiert, habe am Anfang des Jahres harte Auslosungen gehabt und trotzdem gut mitgespielt. Zum Glück habe ich hier bei den Australian Open die schwere Auslosung überwunden."

Achtelfinal-Duell mit Nadal winkt
Gegen seinen nächsten Gegner, den 26-jährigen Weltranglisten-25. Paul-Henri Mathieu hat Koubek eine 2:1-Bilanz, das bisher letzte Spiel ist aber auch schon vier Jahre her. "Er ist ein unangenehmer Spieler, aber es ist alles drin. Ich bin super drauf, freu mich auf die Partie und werd mich wieder reinhängen. Die Chancen stehen gut, glaube ich."

Der große Traum vom Achtelfinale gegen Nadal ist da freilich eine zusätzliche Motivation. "Das wäre natürlich extrem geil, gegen den Rafa auf einem großen Platz einzulaufen und dann schauen, wie es geht", hofft Koubek. Im Training sei es schon ganz gut gegen den Spanier gegangen. "Aber jetzt schau ich mal auf Mathieu."

Mit dem Erfolg kratzt Koubek (derzeit Nummer 68 der WTA-Weltrangliste) wieder an den Top 50, ein weiterer Sieg würde dies garantieren. "So wie ich jetzt spiele, gehöre ich mindestens in die Top 50. Das ist auf alle Fälle das Ziel, Top 50 und dann um einiges weiter vor."

Bammer erwischte rabenschwarzen Tag
Weniger gut ist es am Mittoch Sybille Bammer ergangen. Die Oberösterreicherin ist in der zweiten Runde der Australian Open in Melbourne überraschend ausgeschieden. Die als Nummer 19 gesetzte ÖTV-Spielerin musste sich der bisher kaum bekannten, 22-jährigen Taiwanesin Hsieh Su-wei glatt mit 2:6 und 0:6 geschlagen geben. Im Vorjahr war Bammer "down under" bereits in Runde eins gescheitert, wird daher im Ranking nichts verlieren.

"Ich hake die Partie einfach ab, weil es eben ein Schwarzer Tag war und solche Tage kommen vor. Hoffentlich nur einmal in fünf Jahren", meinte Bammer nach dem raschen Aus gegen die Nummer 158 der Welt. Die Gründe dafür sind mannigfaltig, liegen aber sicherlich auch in der gestörten Vorbereitung nach einer Grippe, die sie nach Australien mitgeschleppt hat. "Seitdem ich krank war, bin ich nie in Höchstform kommen. Meine Gegnerin hat sehr gut gespielt und ich habe überhaupt nicht in mein Spiel hineingefunden."

"Sicher ist es bitter, es war wahrscheinlich schon einer der schwärzesten Tage, die wir erlebt haben, aber das Ganze beruht auf Ursachen", meinte ihr Coach Jürgen Waber. Man müsse aber auch realistisch bleiben. "Sybille ist eine Top-Spielerin, aber sie ist nicht die Henin. Sie ist eine Spielerin, die sich gegen jede Konkurrentin den Sieg erkämpfen und erarbeiten muss und wenn sie in keiner guten Verfassung ist, dann ist es eben auch schwieriger gegen solche Spielerinnen zu gewinnen", erklärte Waber.

Nach Doppel und Mixed Gesundheitscheck
Trotz allem wird Bammer nach dem Doppel an der Seite von Tamira Paszek und dem Mixed, in dem sie mit Oliver Marach antritt, Australien mit einem positiven Gefühl - und doppelt so vielen Punkten wie im Vorjahr - verlassen. "Die Australien-Tour war besser als vergangenes Jahr und ich gehe positiv in die nächsten Wochen." Sehr intensive Wochen: Fed Cup in Argentinien, danach die Turniere in Antwerpen, Dubai, Doha sowie eine US-Serie in Indian Wells, Miami, Amelia Island und Charleston.

Daher ist das Wichtigste für die Weltranglisten-20., dass sie wieder völlig fit wird. "Ich werde mich daheim noch einmal untersuchen lassen und hoffe, dass dann alles passt und ich wieder topfit werde. Ich fühle mich einfach nicht 100-prozentig gesund, nicht spritzig. Und dafür war es ja gar nicht schlecht, dass ich die erste Runde gewonnen habe."

Favoriten mühelos in Runde drei
Die Titelfavoriten Justine Henin und Serena Williams sowie Rafael Nadal haben am Mittwoch, dem dritten Tag der Australian Open in Melbourne, in souveräner Manier die dritte Runde erreicht. Auch Paszek-Bezwingerin Jelena Jankovic, die gegen die Vorarlbergerin drei Matchbälle hatte abwehren müssen, hatte es mit Edina Gallovits beim 6:2, 7:5 diesmal leichter. In drei Sets weiter kamen auch Nikolaj Dawydenko und - in der Night Session - Andy Roddick, die Nummern vier und sechs des Turniers.

Australian-Open-Ergebnisse:

DAMEN - 2. Runde:
Jelena Jankovic (SRB-3) - Edina Gallovits (ROM) 6:2,7:5
Maria Scharapowa (RUS-5) - Lindsay Davenport (USA) 6:1,6:3
Serena Williams (USA-7) - Yuan Meng (CHN) 6:3,6:1
Jelena Dementjewa (RUS-11) – A.M. Garrigues (ESP) 5:7,6:2,6:3
Nicole Vaidisova (CZE-12) - Alicia Molik (AUS) 6:2,6:3
Aravane Rezai (FRA) - Tatiana Golovin (FRA-13) 6:3,3:6,6:3
Shahar Peer (ISR-17) - Jessica Moore (AUS) 6:0,7:5
Virginie Razzano (FRA-30) - Flavia Pennetta (ITA) 6:2,5:7,6:3
Ai Sugiyama (JPN) - Tatjana Perebijnis (UKR) 6:4,6:4
Jelena Wesnina (RUS) - Jill Craybas (USA) 6:2,6:4

HERREN - 2. Runde:
Nikolaj Dawydenko (RUS-4) - Nicolas Mahut (FRA) 6:4,6:0,6:3
Richard Gasquet (FRA-8) - Feliciano Lopez (ESP) 6:2,6:1,6:3
Michail Juschnij (RUS-14) - Andreas Seppi (ITA) 4:6,7:5,6:3,7:6(4)
Gilles Simon (FRA-28) - Rainer Schüttler (GER) 6:2,6:2,6:1
Philipp Kohlschreiber (GER-29) - Jewgenij Korolew (RUS) 6:4,6:2,0:1 ret.
Igor Andrejew (RUS-31) - Kristof Vliegen (BEL) 7:5,7:5,6:2

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