10.11.2007 15:30 |

Weltcup-Slalom

Marlies Schild gewinnt vor Hosp und Costazza

Stark wie im Vorjahr hat sich Slalomkönigin Marlies Schild am Samstag auf der Reiteralm präsentiert. Trotz eines schweren Patzers im zweiten Durchgang fuhr die Dritte nach dem ersten Lauf noch auf den ersten Rang und zu ihrem 16. Weltcupsieg, dem 14. in ihrer stärksten Disziplin. Nicole Hosp als Zweite (+0,06 Sekunden) komplettierte den ÖSV-Doppelsieg im heftigen Schneetreiben auf der Gasselhöhe vor der halbzeitführenden Italienerin Chiara Costazza (0,30). „Das ist ein sehr schöner Sieg für mich“, sagte Schild und strahlte wie selten zuvor nach einem Erfolg.

Die Titelverteidigerin im Slalom-Weltcup, die nach dem Erfolg in der Super-Kombination im Dezember 2006 zum zweiten Mal auf der Reiteralm vom obersten Treppchen des Siegespodests lächelte, hatte bei der letzten Zwischenzeit 78/100 Sekunden Vorsprung auf Hosp herausgefahren, mit Mühe vermied die Gewinnerin von sieben der neun Weltcup-Slaloms in der Vorsaison kurze Zeit später einen Ausfall.

„Ich wollte relativ frech über eine Kuppe drüber und bin ein bisserl zu gerade hingekommen. Es hat mir den Ski dann zweimal verschlagen, da musste ich ziemlich bremsen.“ Sie habe gedacht, es sei vorbei. „Aber in einem Rennen bist du eh ein bisserl in Trance, ich hab dann einfach versucht, das Tempo wieder aufzunehmen.“ Die Salzburgerin erzählte, sie habe sich diesen Sieg sehr gewünscht und sich selbst großen Druck gemacht. „Jeder hat gesagt, der Sieg führt nur über mich, das macht es auch nicht leichter. Ich wollte gewinnen.“

Hosp mit zweitem Platz zufrieden
Hosp, die im März beim Saisonfinale auf der Lenzerheide den Slalom gewonnen hatte, war mit dem zweiten Rang „sehr zufrieden“. Die Sichtverhältnisse seien im zweiten Durchgang sehr schlecht gewesen. „Aber es war ein traumhaftes Rennen, die Piste in einem sehr guten Zustand. Ich bin auch noch nicht in Topform, aber ich bin besser auf dem Weg als im Vorjahr. Als ich vorher sagte, dass ich mit einem Platz unter den ersten Fünf zufrieden bin, da habe ich nicht tiefgestapelt, das war eine sehr gute Zielvorgabe.“ Was ihr Teamkollegin Schild im Slalom voraus hat, das weiß die Gesamtweltcupsiegerin: „Ihr großer Vorteil ist, dass sie wesentlich konstanter ist, sie trifft die Schwünge viel besser als die anderen.“

Die 23-jährige Costazza fixierte als Dritte ihren ersten Podestrang, sie war erstmals in ihrer Karriere nach einem ersten Durchgang in Führung gelegen. „Das war schon ein Druck, aber auch ein positiver, es hat mir geholfen, mich noch mehr zu konzentrieren“, sagte die Italienerin. Der Sieg von Denise Karbon im Riesentorlauf in Sölden habe ihr Auftrieb gegeben. Zu Schild meinte sie: „Man muss schon absolut am Limit fahren, um gegen Marlies zu gewinnen.“

Von den sieben Österreicherinnen waren im ersten Durchgang Simone Streng (36.), Elisabeth Görgl (42.) und Andrea Fischbacher (Ausfall) sportlich auf der Strecke geblieben, im Finale erwischte es Kathrin Triendl (Ausfall). Als dritte Österreicherin kam Kathrin Zettel als 17. ins Klassement: „Das sind ein paar Punkte, man muss zufrieden sein“, meinte die Niederösterreicherin.

Endstand des Slaloms auf der Reiteralm
1. Marlies Schild (AUT) 1:55,53 Min.
2. Nicole Hosp (AUT) 1:55,59 + 0,06
3. Chiara Costazza (ITA) 1:55,83 + 0,30
4. Resi Stiegler (USA) 1:55,94 + 0,41
5. Veronika Zuzulova (SVK) 1:56,07 + 0,54
6. Maria Pietilä-Holmner (SWE) 1:56,08 + 0,55
7. Sarka Zahrobska (CZE) 1:56,24 + 0,71
8. Tanja Poutiainen (FIN) 1:56,34 + 0,81
9. Nicole Gius (ITA) 1:56,59 + 1,06
10. Therese Borssen (SWE) 1:56,61 + 1,08
11. Maria Riesch (GER) 1:56,80 + 1,27
12. Anja Pärson (SWE) 1:57,04 + 1,51
13. Nina Löseth (NOR) 1:57,07 + 1,54
14. Manuela Moelgg (ITA) 1:57,16 + 1,63
15. Nika Fleiss (CRO) 1:57,21 + 1,68
16. Kathrin Hölzl (GER) 1:57,32 + 1,79
17. Kathrin Zettel (AUT) 1:57,58 + 2,05
18. Marina Nigg (LIE) 1:57,61 + 2,08
19. Aita Camastral (SUI) 1:57,66 + 2,13
20. Nina Perner (GER) 1:57,75 + 2,22
21. Frida Hansdotter (SWE) 1:57,77 + 2,24
22. Monika Bergmann (GER) 1:57,98 + 2,45
23. Ana Jelusic (CRO) 1:58,09 + 2,56
24. Fanny Chmelar (GER) 1:58,22 + 2,69
25. Denise Karbon (ITA) 1:58,30 + 2,77
26. Katarzyna Karasinska (POL) 1:58,37 + 2,84
27. Florine de Leymarie (FRA) 1:58,69 + 3,16
28. Eva Kurfürstova (CZE) 1:58,75 + 3,22

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