So, 24. Juni 2018

"Neuer Stern"

29.10.2007 11:59

Komet leuchtet 100.000 Mal heller als normal

Das plötzliche Aufleuchten eines Kometen im Sternbild Perseus sorgt derzeit bei Astronomen auf der ganzen Welt für große Aufregung: Der Komet Holmes, der 1892 von dem Briten Edwin Holmes entdeckt worden ist, leuchtet derzeit 100.000 Mal heller als normal und erscheint als sternförmiger Punkt am Himmel (Foto oben).

Holmes hatte seine Helligkeit am Mittwoch voriger Woche explosionsartig gesteigert, und Astronomen auf der ganzen Welt sind von dem Phänomen völlig überrascht worden. Bisher haben sie noch keine genaue Erklärung dafür. Vermutet wird, dass die Helligkeit relativ schnell wieder abfallen könnte. Der Komet Holmes wird auf der Internetseite spaceweather.com als Komet ohne Schweif, aber mit einer bemerkenswerten goldenen Färbung beschrieben.

"Das ist unglaublich!"
"Ich habe so etwas noch nie gesehen. Er sieht fast aus wie ein Planet", beschreibt Eric Allen, der den Kometen durch das Teleskop eines Observatoriums im kanadischen Québec beobachten konnte, das Phänomen. "Das ist unglaublich!", jubelt auch der iranische Astronom Babak Tafreshi. "Ich war verblüfft, den Kometen Holmes so einfach mit bloßem Auge am lichtverschmutzten Himmel der Metropole Teheran zu finden."

Kometen, deren Kerne meist unscheinbare Eis- und Felsbrocken von wenigen Kilometern Durchmesser sind, können ihre Helligkeit drastisch steigern: Durch die Sonneneinstrahlung verdampfen gefrorene Gase aus dem Kern und bilden eine Wolke - die so genannte Koma, die über 100.000 Kilometer groß werden kann. Ein Kometenschweif kann sogar mehr als 100 Millionen Kilometer Länge erreichen, was manche Kometen zu auffälligen und großen Erscheinungen am irdischen Himmel macht.

Kollision mit größerem Felsbrocken?
Die Ursache für die plötzliche Helligkeit von Komet Holmes könne eine Kollision mit einem größeren Felsbrocken sein, ein Aufbrechen der Oberfläche oder gar das Zerbrechen des Kometenkerns, erläuterte Jost Jahn von der Vereinigung der Sternfreunde im deutschen Umkirch. In den kommenden ein bis zwei Wochen sei zu erwarten, dass der Komet wie 1892 zu seiner Entdeckung die übliche Koma entwickelt. Sie könne von der Erde aus gesehen eventuell so groß erscheinen wie der Mond, leuchtet allerdings längst nicht so hell am Himmel.

Das Sternbild Perseus ist bei gutem Wetter die ganze Nacht über zu sehen und steht um Mitternacht im Zenit. Der Erdtrabant ist auf seiner elliptischen Umlaufbahn der Erde derzeit besonders nah.

Der Komet Holmes umkreist die Sonne in sieben Jahren und kann gewöhnlich nur mit größeren Fernrohren beobachtet werden. Derzeit ist er 1,6 Mal so weit von der Erde entfernt wie die Sonne und entschwindet in die ferneren Gefilden unseres Sonnensystems.

Bilder von Holmes gibt's in der Infobox!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.