13.09.2007 18:59 |

"Blue Card" geplant

EU will 20 Mio. qualifizierte Einwanderer reinlassen

Die europäische Einwanderungspolitik steht vor einer "radikalen Wende". Geht es nach den Plänen des zuständigen EU-Kommissars Franco Frattini (Bild), dann sollen bis zu 20 Millionen Zuwanderer eine Arbeitserlaubnis im EU-Raum erhalten! Dadurch sollen qualifizierte Arbeitskräfte aus Asien und Afrika in Europa eine Chance bekommen, die sonst in die USA gingen.

Frattini: "Ich will den Trend umkehren, dass ausgebildete Arbeitnehmer aus Drittländern in Amerika einwandern, während unqualifizierte Kräfte ihren Weg nach Europa suchen. Nur so können wir den Wettbewerb mit den USA gewinnen. Von allen unqualifizierten Arbeitskräften, die ihr Heimatland verlassen, gehen 85 Prozent nach Europa, aber nur fünf Prozent in die USA. Dagegen nähmen die USA 55 Prozent aller ausgebildeten Migranten auf." Diesen Trend, so Frattini, gelte es wegen der schrumpfenden und alternden Bevölkerung in Europa umzukehren.

"Blue Card" für 20 Millionen Einwanderer
Frattini plant eine der US-Arbeitsgenehmigung "Green Card" nachempfundene "blaue Karte" der EU. Mit dieser könnten bis zu 20 Millionen Zuwanderer eine zweijährige Aufenthaltsgenehmigung in der EU erhalten. Später könnten sie sich auch dauerhaft niederlassen.

Bis zur Jahrhundertmitte würde die Bevölkerung der EU von derzeit 490 Millionen deutlich schrumpfen. Jeder dritte EU-Europäer wäre dann älter als 65 Jahre. EU-Kommisar Frattini: "Wir müssen die Arbeitskräfte nach Europa holen, die hier gebraucht werden." Frattini spricht von 20 Millionen Menschen in den nächsten 20 Jahren.

"Ausländeranteil" wird verdoppelt
Die Reform der europäischen Einwanderungsgesetze könnte laut "Financial Times" zu einem deutlichen Anstieg des im Ausland geborenen Bevölkerungsanteils führen: Diese Zahl könnte sich bis 2030 mehr als verdoppeln.

Die Migranten sollten dabei hauptsächlich nach Deutschland, Italien und Ungarn gehen, da diesen Ländern wegen zu geringer Geburtenziffern eine Vergreisung drohe. Gefahren für die Integration in den betroffenen Aufnahmeländern sieht Frattini nicht.

Kronen Zeitung

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