11.03.2007 16:33 |

Früh übt sich

Kinderwunsch festigt sich bereits in der Kindheit

Der Wunsch nach Nachkommen wird laut einer Studie der Universität Osnabrück oft schon in der Kindheit angelegt. Ein wesentlicher Faktor für den Kinderwunsch von Männern und Frauen sei eine schon in Kindertagen entwickelte "Fürsorge-Motivation", sagt der Entwicklungspsychologe Athanasios Chasiotis über die kulturvergleichende empirische Untersuchung.

"Diese Haltung ist ein unbewusstes Bindeglied, aus dem sich der Wunsch nach Kindern entwickelt." Die Fürsorge-Neigung sei vor allem bei Männern und Frauen vorhanden, die im Umgang mit jüngeren Geschwistern in ihrer Kindheit diese Obhut-Haltung entwickelt hätten.

"Die Entwicklung einer Fürsorge-Motivation ist sicher nicht der einzige Faktor für eine Elternschaft", sagte Chasiotis. Doch sei es ausweislich der Studie eine wesentliche, bisher noch nicht ausreichend gewürdigte entwicklungspsychologische Einflussgröße. Andere Faktoren seien etwa die aktuelle wirtschaftliche Lage, der richtige Partner oder sozialpolitische Umstände wie das Angebot an Betreuungsplätzen.

Die Entwicklung einer unbewussten Kinderliebe erkläre auch, warum Menschen trotz der oft auf die negativen Aspekte der Elternschaft beschränkten öffentlichen Diskussion gerne Kinder bekommen und Eltern werden wollen.

Der Psychologe berichtet, die Zusammenhänge seien in einer Studie in drei Ländern mit 600 befragten Männern und Frauen empirisch belegt worden. Jeweils 200 Menschen wurden in Deutschland, Costa Rica und in Kamerun befragt. Der Zusammenhang zwischen einer im Umgang mit jüngeren Geschwistern entwickelten Fürsorge-Motivation, Kinderliebe und der Elternschaft sei in jeder untersuchten Kultur sowie bei Männern und Frauen nachgewiesen worden.

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