Im Gesamtweltcup liegt Schild nach dem Triumph von Zagreb am Donnerstag 133 Punkte vor Nicole Hosp und 135 vor Kathrin Zettel. In der Disziplinen-Wertung ist die Führung mit vier Siegen und einem dritten Platz und ergo 460 Punkten noch eindrucksvoller, Zettel hat nach fünf von neun Saisonrennen bereits 203 Zähler Rückstand. Mit der großen Kristallkugel will sich die Salzburgerin noch nicht beschäftigen - "Darüber reden wir erst nach dem letzten Rennen, doch den Slalom-Weltcup will ich mir nicht mehr nehmen lassen.
"Die Slalom-Kugel ist das ganz große Ziel in diesem Jahr, ich will unbedingt einen Disziplinenweltcup gewinnen", sagte die 25-Jährige. "Ich hoffe, dass ich die Form halten kann. Die anderen sind aber auch stark, Fehler darf auch ich mir nicht erlauben." War es sich am Semmering nicht mehr ausgegangen, so reichte es in Zagreb trotz eines groben Schnitzers noch zum Sieg.
Allerdings waren im Finale in den Schwedinnen Anja Pärson und Therese Borssen zwei starke Konkurrentinnen ausgefallen. Vor der WM in Aare gibt es nur noch den Slalom am Sonntag in Kranjska Gora und einem Slalom-Durchgang im Rahmen der Super-Kombination in Altenmarkt- Zauchensee. "Aber ich bin ja nicht die einzige, die so eine lange Pause hat."
Bei einem Triumph am Sonntag in Slalom von Kranjska Gora kann Schild den ÖSV-Rekord von elf Slalomerfolgen, den ihr Freund Benjamin Raich innehat, einstellen. Stolperstein, das ist mittlerweile auch der Konkurrenz klar, kann nur sie selbst sein, denn egal, ob eisig, hart oder weich - Schild zieht derzeit bei allen Pistenbedingungen nervenstark ihre Linie durch: "Ich habe es bisher immer geschafft, mich ganz gut auf die Verhältnisse einzustellen. Das bereitet mir momentan keine Schwierigkeiten."
Die derzeit pausierende Kroatin Janica Kostelic sorgte am Donnerstag mit scharfer Kritik am derzeitigen Niveau im Slalom- Weltcup der Damen für Aufregung. "Wenn ich mir das so anschaue, dann bin ich froh, dass ich heuer nicht Teil des Weltcups bin. Mit Ausnahme von Marlies, die Meilen voraus ist, schaut das im Slalom alles so schlecht aus", hatte die dreifache Gesamtweltcupsiegerin aus Zagreb gepoltert. Schild reagierte darauf angesprochen mit Unverständnis: "Dieser Meinung bin ich überhaupt nicht, die anderen können ja auch fahren. Es ist ja nicht so, dass ich oben stehe und sage, ich mach das schon, ich gewinne."
Deutliche Siege gemessen an Zeitvorsprüngen sprechen in diesem Fall aber eine etwas andere Sprache. In Zagreb 1,66 Sekunden Vorsprung auf die Kroatin Ana Jelusic, in Aspen und Levi jeweils 0,80 auf Nicole Hosp, verglichsweise knapp ging es noch in Val d'Isere zu, wo die Salzburgerin am Ende nur 0,21 vor der Deutschen Annemarie Gerg lag.
"Ehrlich gesagt, wenn ich am Ende auch nur eine Hundertstel vorne bin, ist das auch okay", sagte Schild dazu. Und außerdem kann sich das Blatt oft auch schnell ändern: "Ich bin glücklich und dankbar, wie es jetzt ist. Ich weiß, dass es so nicht immer weitergehen wird. Wenn es einmal anders kommt, dann werde ich das auch akzeptieren."
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.