Mi, 17. Oktober 2018

50 Euro Strafe

09.10.2017 13:59

Burka-Rebell protestiert in Wien - aber ohne Burka

Der algerisch-französische Millionär Rachid Nekkaz, der angekündigt hatte, alle Burka-Strafen in Österreich zu zahlen, hat am Montag vor dem Außenministerium gegen das österreichische Gesichtverhüllungsgesetz protestiert. Anders als ursprünglich angekündigt, erschien er aber nicht in Burka oder Nikab am Minoritenplatz - eine Strafe von 50 Euro wurde fällig. Fast wäre nichts aus seinem Österreich-Besuch geworden, denn Nekkaz war am Wochenende bei einer Prügelattacke in Paris verletzt worden (Bild unten) und im Krankenhaus gelandet .

Faschingsmaske statt Burka oder Nikab
Nekkaz hatte angekündigt, sich am Montag um 12 Uhr bei einer Pressekonferenz vor dem Außenministerium am Minoritenplatz selbst zu verhüllen, um gegen das österreichische Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz zu protestieren. Als er schließlich mit viertelstündiger Verspätung dort eintraf, warteten bereits sieben Polizeibeamte und zahlreiche Reporter - unter anderem von krone.at, siehe Video oben sowie das gleich hier unten - auf ihn. Der Millionär erschien aber nur mit Faschingsmaske, Zylinder auf dem Kopf und einem Kurz-Plakat samt aufgeklebten 100-Euro-Geldscheinen.

Video: Burka-Rebell umringt von Reportern und Polizisten

Millionär musste 50 Euro Strafe zahlen
Beamte unterbrachen den turbulenten Medienauftritt und baten den Millionär, die Maske abzunehmen. Es folgte eine viertelstündige Amtshandlung in den Räumen des Innenministeriums, die eine Strafe von 50 Euro zur Folge hatte. Stolz präsentierte Nekkaz danach das Strafmandat und lobte die "sehr freundlichen" Polizisten. "Ich wäre sehr froh, wenn es in meiner Heimat Algerien auch so wäre."

Er habe gehofft, dass Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) ihn persönlich abstrafen würde, hatte der Burka-Rebell, der auf Facebook ein Foto seiner Ankunft auf dem Wiener Flughafen postete, im Vorfeld der Aktion vollmundig verkündet. Diesem Wunsch leistete der ÖVP-Chef aber naturgemäß nicht Folge.

Er komme, um zu zeigen, dass er keine Angst habe - weder vor Drohungen noch vor dem Gefängnis. Er werde muslimische Frauen unterstützen und die Geldbußen bezahlen, schrieb Nekkaz auf Facebook.

Nekkaz sorgte schon Ende September für Schlagzeilen, als er ankündigte, Strafen für jene Frauen zu begleichen, die sich nicht an das österreichische Gesichtsverhüllungsgebot halten werden. Mit seiner Organisation "Touche pas à ma constitution" (Rühr meine Verfassung nicht an) übernimmt der Geschäftsmann bereits ähnliche Strafen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz.

Geldbuße in Höhe von bis zu 150 Euro
Wer hierzulande mit einer Burka oder einem Nikab erwischt wird, dem droht laut dem seit 1. Oktober geltenden Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz die Festnahme, eine zwangsweise Entschleierung sowie eine Geldbuße in Höhe von bis zu 150 Euro.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Nach 0:2 in Dänemark
Teamchef Foda: „Wir hatten keine Zielstrebigkeit“
Fußball International
2:6 gegen Zürich Lions
Vienna Capitals in Champions Hockey League out!
Eishockey
Klare Niederlage
Das war nichts! Österreich in Dänemark chancenlos
Fußball International
1:2 beim Weltmeister
Deutschland verliert auch in Paris! Jogi, was nun?
Fußball International
Neymar & Co. siegen
Später Erfolg! Brasilien ringt Argentinien nieder
Fußball International
Spiele manipuliert?
Betrugs-Skandal in Belgien: U-Haft verlängert!
Fußball International
Gruppenplatz 2 fixiert
ÖFB-U21 wahrt EM-Chance mit irrem 3:2 gegen Russen
Fußball International
Neuer Strafenkatalog
Bundesliga setzt gegen „böse Fans“ auf Punktabzüge
Fußball National
Brisanter #brennpunkt
Innenminister Kickl im Talk mit Katia Wagner
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.