Fr, 22. Juni 2018

Prediger suspendiert

22.09.2017 20:36

"Fahrverbot für Frauen wegen Viertelgehirn nötig"

In Saudi-Arabien hat ein Geistlicher das bestehende Fahrverbot für Frauen mit ihrem angeblich nur viertelten Gehirn gerechtfertigt. Wie Medien des ultrakonservativen Königreichs am Freitag berichteten, löste die Äußerung einen Sturm der Entrüstung aus. Mittlerweile ist dem Prediger Saad al-Hijri jegliche religiöse Aktivität in der südlichen Provinz Azir untersagt.

In einem Video im Internet ist zu sehen und vor allem zu hören, wie der als ranghoher Kleriker bezeichnete Hijri behauptet, die Gehirne von Frauen seien normalerweise nur halb so groß wie die von Männern. Wenn sie jedoch zum Shopping gingen, schrumpften ihre Gehirne auf sogar nur noch ein Viertel der Größe. In diesem Video hat ein YouTuber die Passagen ins Englische übersetzt.

"Was wäre, wenn die Verkehrsbehörden herausfinden würden, dass ein Mann nur ein halbes Gehirn hat? Würden sie ihm einen Führerschein geben oder nicht?", fragte der Prediger in dem Video. Und gab auch gleich die Antwort: "Sie würden nicht. Also warum sollten sie einer Frau eine Fahrerlaubnis erteilen, wenn sie ja nur die Hälfte eines Gehirns hat?" Wenn eine Frau dann auch noch zum Markt gehen würde, verliere sie noch eine weitere Hälfte. "Was bleibt über? Ein Viertel." Deshalb dürften Frauen keine Fahrerlaubnis erhalten.

Prediger spricht nach Suspendierung von "Ausrutscher"
In den sozialen Medien forderten Frauenrechtlerinnen, Hijri seines Amtes zu entheben. Die Berichte über seine Suspendierung verbreiteten sich unter den Stichworten "quarter brain" wie ein Lauffeuer auf Twitter. Allerdings gab es auch Stimmen aus dem erzkonservativen Lager, die sich mit ihm solidarisierten. Die Internet-Zeitung "Sabk" berichtete, nach dem Predigtverbot habe Hijri angegeben, dass ihm ein "Ausrutscher" unterlaufen sei.

In Saudi-Arabien unterliegen Frauen zahlreichen Beschränkungen, zu denen auch ein Fahrverbot gehört. Seit mehr als drei Jahrzehnten kämpfen Frauenrechtlerinnen vergeblich dagegen an.

 krone.at
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