Sa, 22. September 2018

Trendreport

06.09.2017 09:41

E-Bikes: schneller, leichter spielend fortbewegen

Lange Zeit wurde das E-Bike - ohne detailliert betrachtet zu werden - in die Schublade des "Oma-Fahrrads" gesteckt. Warum? Ganz klar: Beim E-Bike muss nicht selbst gestrampelt werden, stattdessen gibt es einen Motor, der die Muskelkraft schont. Doch diese Annahme ist inhaltlich nicht per se richtig, denn der Motor in einem E-Bike sorgt in erster Linie dafür, dass die aufgewendete Muskelkraft potenziert wird. Fazit: Es geht schneller, leichter oder es wird machbar, sich mit dem Fahrrad spielend fortzubewegen. Worauf es beim E-Bike ankommt und wofür es dienen kann, ist jetzt Thema.

Der E-Bike-Trend ist seit dem Jahr 2008 ungebrochen

Mit Blick auf diese Statistik, die die Verkäufe von Elektro-Fahrrädern in den Jahren 2008 bis 2016 in Österreich beleuchtet, wird deutlich: Seit dem Jahr 2008 schnellen die Verkäufe alljährlich mehr in die Höhe. Mit zaghaften 8.000 verkauften Elektro-Fahrrädern begann der Hype im Jahr 2008. 86.546 Elektro-Fahrräder wurden im Jahr 2016 in Österreich verkauft. Dazwischen stiegen die Verkaufszahlen kontinuierlich, wie diese Zahlen zeigen:

  • 2009: 12.000 verkaufte Elektro-Fahrräder
  • 2010: 20.000 verkaufte Elektro-Fahrräder
  • 2011: 35.000 verkaufte Elektro-Fahrräder
  • 2012: 41.000 verkaufte Elektro-Fahrräder
  • 2013: 43.000 verkaufte Elektro-Fahrräder
  • 2014: 50.000 verkaufte Elektro-Fahrräder
  • 2015: 77.220 verkaufte Elektro-Fahrräder

Warum die Verkaufszahlen im Wachstum begriffen sind, liegt vor allem daran, dass die technische Ausstattung sich deutlich verbessert hat und, dass das schlechte Image nach und nach schwindet. Elektro-Fahrräder werden heute längst nicht mehr nur von den Omas und Opas durch Österreich kutschiert, vielmehr sorgt die Modellvielfalt beim Fachhändler auch dafür, dass die Zielgruppe sich vergrößert.

Dafür wird das E-Bike heute genutzt

Das E-Bike kann denjenigen dienen, die aufgrund von Alter oder Vorerkrankungen nicht die nötige Kondition haben, um längere Strecken zu fahren. Doch das ist längst nicht mehr der einzige Einsatzbereich des E-Bikes. Auch die Berufspendler, die sich nicht im Auto in den Stau stellen, sondern mit dem Fahrrad fahren möchten, nutzen E-Bikes, denn: So haben sie die Option an der frischen Luft und gleichzeitig ohne Schwitzen zum Arbeitsplatz zu kommen.

Das E-Bike wird zunehmend häufiger auch zur Sicherheitsvariante für diejenigen, die sich längere Touren (noch) nicht zutrauen und deswegen die Option nutzen, motorisierte Unterstützung zu bekommen. Last but not least wird das E-Bike auch von waschechten Sportlern genutzt, die bei der manuellen Variante keine Rekorde mehr knacken können oder in weniger Zeit mehrere Trails abfahren wollen. Welche Regionen Österreichs besonders E-Bike-freundlich sind, verrät diese Seite. Mittlerweile gibt es sogar ganze Festivals für E-Bike-Fahrer wie etwa dieses am Millstätter See.

Grundsätzlich muss übrigens in drei verschiedene E-Bike-Varianten unterschieden werden, wie die folgende Tabelle zeigt:

E-Bike

Nur das echte E-Bike kann ganz ohne Tretbewegung gefahren werden. Dabei fehlt es natürlich an der sportlichen Betätigung, allerdings sind dem E-Bike andere Vorteile zugute zu halten, wie etwa die klimafreundliche Art der Fortbewegung. Wichtig: Das E-Bike wird rein rechtlich betrachtet nicht als Fahrrad tituliert, sondern als Leichtmofa, das versichert werden muss und eine offizielle Betriebserlaubnis braucht.

Pedelec

Das Pedelec stellt eine Mischung aus Fahrrad und E-Bike dar. Wer Pedelec fährt, bekommt beim Treten Unterstützung durch einen Motor. Zu schnell werden können Pedelecs nicht, denn ab 25 Stundenkilometern schaltet sich der Motor automatisch ab. Anders wie das E-Bike ist das Pedelec wirklich noch ein Fahrrad, das ohne Helm und auf dem Fahrradweg gefahren werden darf.

S-Pedelec

Das S-Pedelec funktioniert wie ein Pedelec. Der Fahrer wird beim Treten unterstützt. Da das Pedelec bis zu 45 Stundenkilometer schnell werden kann, braucht man dafür eine Betriebserlaubnis und sogar einen Führerschein (Klasse M).

E-Bike/Pedelec vs. Auto. E-Bike/Pedelec vs. Fahrrad

Zwar wird das E-Bike meist als Alternative zum Fahrrad betrachtet, allerdings ist dabei auch ein Vergleich zum Auto spannend.

  1. E-Bike/Pedelec vs. Fahrrad

Grundsätzlich gibt es bei diesem Vergleich natürlich Vor- und Nachteile. E-Bike fahren macht Spaß und ist nicht anstrengend. Durch den Motor erhalten auch unsportliche Menschen die Chance, größere Touren zu fahren. Das motiviert. Durch die Option entweder zu treten oder sich motorisiert kutschieren zu lassen, ist das E-Bike eine gute Anschaffung für Berufspendler, die entspannt zur Arbeit kommen möchten, sich aber am Feierabend körperlich noch einmal auspowern wollen. Spannend ist auch dieser Vergleich: E-Bikes werden tendenziell mehr bewegt als Fahrräder und so fördern sie unterm Strich deutlich stärker die Bewegung.

Die Nachteile von E-Bikes sind diese: E-Bikes sind (mit Ausnahme dieser Erfindung) schwerer als reguläre Fahrräder, brauchen Strom und sind damit weniger umweltfreundlich als das normale Fahrrad. Regelmäßig muss der Akku geladen werden. Auch die Anschaffungskosten sind vergleichsweise hoch.

  1. E-Bike/Pedelec vs. Auto

Im Vergleich zum Auto punktet das E-Bike natürlich mit einer klimafreundlicheren Fahrweise. Die meisten E-Bikes sind sehr leise. Auch verursachen sie keine direkten Emissionen. Das Fahren mit dem E-Bike kann Nerven und Portemonnaie schonen, denn die Parkplatzsuche entfällt und auch Anschaffung und Betrieb sind günstiger als bei einem Auto. Natürlich verliert das E-Bike, wenn es um den Stauraum und die Wetterabhängigkeit geht. Auch bei Unfällen sind die Fahrer auf einem E-Bike deutlich weniger geschützt als im Auto.

 krone.at
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