Mi, 20. Juni 2018

Kunstfehler-Urteil

04.09.2017 08:14

40.000 Euro für zehn Jahre Zahnschmerzen

40.000 Euro Schmerzensgeld hat eine Patientin erhalten, nachdem sie über zehn Jahre unter Zahnschmerzen gelitten hatte. Ein Zahnarzt hatte der Frau ein Implantat ohne ausreichende Knochenummantelung oder entsprechenden Knochenaufbau eingesetzt. Der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigte nun das Urteil des Oberlandesgerichts Linz, welches der Frau das Schmerzensgeld zugesprochen hatte.

Ab dem Jahr 2000 war die Frau bei dem Zahnarzt in Behandlung gewesen, neben dem falsch eingesetzten Implantat hatte es der Arzt auch verabsäumt, bei der Anpassung einer festsitzenden Prothese eine geschlossene Bissrelation herzustellen, berichtete die "Presse" am Montag. Erst 2011, nachdem der Mediziner seiner Patientin bereits weitere Zähne gezogen hatte, holte die Frau eine zweite Meinung ein. Ab November 2013 behandelte sie ein anderer Zahnarzt, bis sie schließlich Ende 2015 wieder schmerzfrei wurde.

Die Bundespatientenschlichtungsstelle der Zahnärztekammer sah zwar keinen Hinweis auf einen Kunstfehler, das Gericht war da aber anderer Meinung. Das Oberlandesgericht Linz sprach der Frau 40.000 Euro zu, der OGH bestätigte das Urteil und sah keine Verjährung, da die Frau zum Zeitpunkt ihrer Klage Anfang 2014 noch nicht länger als drei Jahre von dem Behandlungsfehler wissen konnte.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.