Fr, 17. August 2018

Modell mit Zukunft

09.08.2017 15:43

Hausärztinnen machen halbe-halbe

Die Ärztekammer schlug vergangene Woche Alarm, weil sich immer weniger Haus- und Fachärzte für Kassenstellen bewerben. Um die Entwicklung zu stoppen, ermöglicht die Tiroler Gebietskrankenkasse neue Formen der Zusammenarbeit. Zwei Osttiroler Medizinerinnen schildern, wie es ihnen damit geht.

Gemeinsam statt einsam - unter diesem Titel berichtete die "Krone" im Jänner über die Hausärztinnen Birgit Sitte und Barbara Lassnig-Kofler. In Lienz teilen sich die beiden Medizinerinnen seit Jahresbeginn eine Kassenstelle. Die Osttirolerinnen gehörten zu den Ersten, die eine der neuen Zusammenarbeitsformen praktizierten. Mittlerweile sind es laut Tiroler Gebietskrankenkasse 44 Mediziner.

"Richtige Entscheidung"

Wie schaut die erste Bilanz der Ärztinnen aus? Da müssen Sitte und Lassnig-Kofler nicht lange überlegen: "Für uns hat sich die Teilung einer Kassenstelle bewährt. Man ist gleichberechtigter Partner, kann sich über medizinische Fragen austauschen, organisatorische Aufgaben aufteilen. Gemeinsam können wir verwirklichen, was uns für den Beruf Hausarzt begeistert hat. Alleine hätte keine von uns eine volle Kassenstelle besetzen können."

Lassnig-Kofler hat kleine Kinder, Sitte wollte ihren Job im Gesundheitsamt Lienz nicht aufgeben. Da kam ihnen die neue Möglichkeit gerade recht. Eine Möglichkeit, die vor allem für Frauen Vorteile birgt. Immerhin ist mehr als die Hälfe des Ärztenachwuchses mittlerweile weiblich. Bisher hieß es bei Kassenstellen ganz oder gar nicht. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie war kaum gegeben.

Patienten zufrieden

Und wie kommt die Halbe-halbe-Lösung bei Patienten an? Sitte: "Es wird sicher ein paar Leute geben, die immer die gleiche Ärztin konsultieren möchten. In der Praxis war das aber bisher kein Problem. Wichtig ist das Vertrauen zwischen Arzt und Patient."

Viel Bürokratie

Sitte und Lassnig-Kofler sind überzeugt, dass ihre Form der Praxis-Teilung auch andere ermutigen kann, eine Kassenstelle zu übernehmen. Einzig der bürokratische Aufwand sei enorm. Das beklagen mittlerweile fast alle niedergelassenen Ärzte.

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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