19.11.2006 15:15 |

Schutzschild

Demonstranten verhindern Luftangriff

Palästinensische Demonstranten haben in der Nacht auf Sonntag einen israelischen Luftangriff verhindert. Die Luftwaffe sagte einen Angriff auf das Haus eines palästinensischen Extremisten ab, weil sich hunderte Demonstranten in dem Gebäude verschanzt hatten. Nach einem Bericht der "Sunday Times" befahl Israels Ministerpräsident Olmert, die politische Führung der radikalislamischen Hamas zu töten.

Ein israelischer Militärsprecher erklärte, die Luftwaffe habe ursprünglich das Haus eines Mitglieds des radikalen Volkswiderstandskomitees im Flüchtlingslager Jabalya im Gazastreifen bombardieren wollen. Um zivile Opfer zu vermeiden, habe das Militär die Familie des Extremisten kurz vor dem Angriff gewarnt.

Daraufhin versammelten sich hunderte Nachbarn und Demonstranten auf dem Grundstück, um gegen den Angriff zu protestieren. Viele von ihnen barrikadierten sich in dem Haus, einige kletterten auf das Dach. Sie streckten die Fäuste in den Nachthimmel und riefen: "Tod für Amerika und Tod für Israel."

Menschliche Schutzschilde sollen Angriffe verhindern
Ein ranghohes Mitglied der regierenden Hamas führte die ungewöhnliche Protestaktion an, die auch live im palästinensischen Fernsehen übertragen wurde. Nach der Protestversammlung rief das Volkswiderstandskomitee die Bevölkerung dazu auf, fortan mit ähnlichen Aktionen menschliche Schutzschilde zu bilden und somit angekündigte Luftangriffe von Israel zu verhindern.

Israel ist zuletzt wegen eines tödlichen Angriffs auf Zivilisten in Beit Hanoun international heftig kritisiert worden. Bei dem Angriff am 8. November kamen 19 Menschen ums Leben, was Israel später als technischen Fehler bezeichnete und bedauerte.