22.04.2017 10:14 |

Geld abgezweigt?

Schlecker-Familie wird in Österreich verklagt

Nach der Pleite von daily, der österreichischen Nachfolgefirma der Drogeriekette Schlecker, die 2012 die Insolvenz anmeldete, rückt ein Zivilprozess gegen die Familie Schlecker vor dem Landesgericht Linz näher. Der daily-Masseverwalter fordert von drei Mitgliedern der Drogeriemarkt-Dynastie 20 Millionen Euro Schadenersatz. Ein Verhandlungstermin steht allerdings noch nicht fest.

dayli-Masseverwalter Rudolf Mitterlehner habe gegen drei Mitglieder der Familie eine Zivilklage eingereicht, bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts Linz am Freitag einen entsprechenden Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins "Spiegel". Mitterlehner wirft der Familie Schlecker vor, zwischen 2008 und 2011 mittels Scheindarlehen Gelder von der Schlecker-Tochter in Österreich nach Deutschland abgezweigt zu haben.

Die Anwälte der Familie Schlecker halten die Klage in Österreich demnach für unbegründet. "Das Gericht soll klären, ob die Familie für diese Abflüsse haftet", so Mitterlehner, der den Schaden mit bis zu 172 Millionen Euro beziffert, "und dann muss man sehen, was da überhaupt noch zu holen ist."

Klage gegen Ehefrau und Kinder anhängig
Gegen den ehemaligen Drogerieunternehmer Anton Schlecker könne er nicht klagen, denn der sei selbst insolvent, erklärte Mitterlehner gegenüber der APA. Die Klage gegen Schleckers Frau Christa und die beiden Kinder Meike und Lars ist aber seit 20. Jänner in Linz anhängig. Beim Landesgericht hieß es dazu, zwei der Schleckers hätten bereits eine Klagebeantwortung geliefert, eine dritte sei noch ausständig. Sobald diese eingelangt ist, werde man eine vorbereitende Tagsatzung abhalten und das Prozedere festlegen, so Gerichtssprecherin Amalia Berger-Lehner.

Knapp 3500 Mitarbeiter verloren ihren Job
Nachdem Schlecker im Jänner 2012 Insolvenz anmeldete, wurde die Österreich-Tochter im Sommer 2012 von der Beteiligungsgesellschaft TAP 09 rund um Rudolf Haberleitner übernommen und rund ein Jahr lang unter dem Namen dayli weitergeführt.

Im Sommer 2013 ging dann auch dayli pleite. Knapp 3500 Mitarbeiter - überwiegend Frauen - verloren ihren Job. Gegen Haberleitner ermittelt auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien.

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