19.04.2017 12:54 |

Leere Drohung

US-Flugzeugträger fuhr doch nicht nach Nordkorea

"Wir schicken eine Armada, sehr schlagkräftig!", lautete vor wenigen Tagen die Drohung von US-Präsident Donald Trump an das nordkoreanische Regime. Wegen der Sorge um einen möglichen neuen Atomversuch war sogar von einem präventiven Luftangriff der USA die Rede. Doch waren das nur leere Drohungen aus Washington, zumal der vor die koreanische Küste beorderte Flugzeugträger USS Carl Vinson in die völlig entgegengesetzte Richtung fuhr? Es deutet vieles darauf hin, dass es sich wohl eher um Kommunikationspannen zwischen der Armeeführung, dem Verteidigungsministerium und dem Weißen Haus gehandelt hat.

Sowohl Trump als auch sein Verteidigungsminister James Mattis waren der Meinung, dass die USS Carl Vinson bereits seit vergangenem Dienstag zur Koreanischen Halbinsel aufgebrochen sei. Sie vertrauten dabei offenbar auf Angaben der US-Pazifikflotte, die kurz zuvor die Verlegung der USS Carl Vinson als "abschreckende Maßnahme" bekannt gegeben hatte. Was die US-Navy jedoch verschwieg, war der genaue Zeitplan der Verlegung. Zuvor war nämlich noch ein bereits seit Monaten geplantes gemeinsames Manöver des Flugzeugträgerverbands mit der australischen Marine geplant.

Aus diesem Grund war die USS Carl Vinson am Dienstag noch nicht vor der Küste Nordkoreas zu sehen. Ein von der Navy am Montag veröffentlichtes Foto sorgte zwischendurch für komplette Verwirrung: Auf diesem war der mächtige Flugzeugträger in der Sundastraße, der Meerenge zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java, zu sehen - rund 5400 Kilometer vom angekündigten Ort entfernt. Ein Pentagon-Sprecher kommentierte das Bild mit folgenden Worten: "Die USS Carl Vinson befindet sich vor der Nordwestküste Australiens." Er versicherte aber am Dienstag, der Flugzeugträgerverband werde sich "innerhalb der nächsten 24 Stunden" in Richtung Koreanischer Halbinsel in Bewegung setzen.

Serie von Kommunikationsfehlern
Die "New York Times" schreibt mit Verweis auf Beamte aus dem Pentagon und dem Weißen Haus über mehrere Fehler, die bei der Kommunikation unterlaufen seien. Der Sprecher des Weißen Hauses habe sich auf die Angaben aus dem Pentagon verlassen, dieses dürfte wiederum zu knappe Informationen weitergegeben haben. Außerdem sei die Verlegung der Kriegsschiffe just zu jenem Zeitpunkt angekündigt worden, als das Säbelrasseln mit Nordkorea von Tag zu Tag lauter wurde.

Pence droht Nordkorea mit "überwältigender Reaktion"
Zwar ist der jüngste Raketentest Nordkoreas gescheitert - laut der südkoreanischen Regierung explodierte die Rakete unmittelbar nach dem Abfeuern -, doch die USA sind nach den Worten von Vizepräsident Mike Pence weiterhin entschlossen, "jeden Angriff und jeden Einsatz konventioneller oder atomarer Waffen mit einer überwältigenden und effektiven Reaktion" zu beantworten. Nordkorea sei "die gefährlichste Bedrohung" für den Frieden in der Region, so Pence an Bord des in Japan stationierten Kriegsschiffes USS Ronald Reagan. Bei seinem Besuch in Japan sagte der Stellvertreter von US-Präsident Trump der dortigen Regierung am Montag die uneingeschränkte Unterstützung der USA zu.

Gabor Agardi
Gabor Agardi

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