Sa, 18. August 2018

krone.at-Kommentar

07.03.2017 17:48

Rapid: "Wer hoch fliegt, kann tief fallen"

"Beste Saisonleistung" - "Super gekämpft und auch einige Chancen gehabt" - "Besser als erwartet!" Die Reaktionen nach Rapids 0:1 gegen Red Bull Salzburg (siehe Video oben) waren durchaus positiv gemeint, aber eigentlich eine große Watsch'n für den Rekordmeister und seine Fans. Die haben ihre Lieblinge auch mit Standing Ovations verabschiedet, damit für Gänsehaut gesorgt. Aber ist es nicht eigentlich ein gewisses Armutszeugnis für Rapid? Beim Plausch mit österreichischen Trainerlegenden wird klar, was man derzeit so über die Grün-Weißen denkt.

Es ist zwar dieselbe Leier wie zuletzt, aber man muss noch einmal festhalten: Das erklärte Saisonziel war es, Red Bull Salzburg den Titel abzujagen. Jetzt ist man nach einem 0:1 daheim wieder besserer Dinge als zuletzt. Irgendwie kurios.Bei einem Plausch mit österreichischer Trainerprominenz (die Namen kann man hier nicht nennen, weil es keine Interviews gewesen sind, sondern nur informelle Gespräche), wird klar, wie Rapid in Österreichs Fußball derzeit von außen betrachtet wird. Die Kurzzusammenfassung: "Wer hoch fliegt, kann tief fallen."

Das neue Stadion der Rapidler hat den Verein zu Aussagen wie "wir wollen in die Top 50 Europas", etc. verleitet. Ist es falsch, hohe Ziele zu haben? Nein, nicht unbedingt. Falsch ist eher, wenn diese hohen Ziele die Führungsetage etwas verblenden, der Außenauftritt teils schon so gelebt wird, als hätte man diese Ziele bereits erreicht. Das sorgt für ein schiefes Bild, besonders bei einem "Arbeiterverein."

Dass etwa Didi Kühbauer "abgekanzelt" wurde bei der Suche nach einem neuen Trainer, stößt vielen sauer auf. Nicht falsch verstehen: Dabei geht es nicht um die Entscheidung, Damir Canadi geholt zu haben. Seine trainerischen Qualitäten sind unbestritten. Es geht eher darum, dass die Verantwortlichen dem Erz-Rapidler "Don Didi" das große Trainerparkett wohl nicht zugetraut haben.

Und zu Canadi selbst? Er ist ein unglaublich sympathischer Fußball-Verrückter. Seine Art ist wahnsinnig direkt - auch in der Zusammenarbeit mit den Spielern. Und mit manchen Stars hat er sich gleich zu Beginn "angelegt". Ich wünsche ihm wirklich, dass er weiter so erfolgreich bleibt wie bei den Vereinen zuvor. Aber wenn die besten Spieler nicht mehr so richtig wollen, läuft er Gefahr, aus Rapid ein "Altach 1b" zu formen - was eines Rekordmeisters nicht würdig wäre.

krone.at-Sportchef Max Mahdalik

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