"Krone" fragt nach

Gesetzesentwurf: Ist das dann noch Tierschutz?

Tierecke
23.01.2017 09:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Als "Wunschkonzert für Interessensvertreter" bezeichnet "Tierecke"-Chefin Maggie Entenfellner den Entwurf zum Tierschutzgesetz, der auch Verschlechterungen für die Tiere bringt - was sagt die steirische Landwirtschaftskammer dazu, Präsident Franz Titschenbacher?

"Krone": Herr Titschenbacher, beim Entwurf fällt auf, dass die Kastrationspflicht für Katzen quasi fällt - was eine Verschärfung der Katzenproblematik darstellt. War das auch Wunsch der Kammer?
Franz Titschenbacher: Ja. Es ist uns bewusst, dass das ein sensibles Thema ist. Wir brauchen dazu aber praxistaugliche Ansätze.

"Krone": Was könnte ein fortschrittlicher Bauer für ein Problem mit der Pflicht haben?
Titschenbacher: Dass Bauern vielfach auch Streunerkatzen mitfüttern. Und damit die Verantwortung für diese Tiere auf den Bauern übertragen wird. Das ist so nicht in Ordnung.

"Krone": Gerade aber auf dem Land finden sich viele Katzen in erbärmlichem Zustand.
Titschenbacher: Daher setzen wir auf Bewusstseinsbildung. Wir haben gerade Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck um einen Gastkommentar für die nächsten "Landwirtschaftlichen Mitteilungen" gebeten.

"Krone": Auch das Verbot der Anbindehaltung für Kühe wird de facto durch Ausnahmen ausgehebelt. Wieso das?
Titschenbacher: Ein schwieriges Thema. Bergbaubetriebe, die räumlich keine Gegebenheiten für Laufställe haben, hätten sonst aber keine Möglichkeit, Kühe zu halten.

"Krone": Aber artgerecht ist daran nichts mehr, oder?
Titschenbacher: Auch die Anbindehaltung hat sich modernisiert, mit Einstreu und dennoch Bewegungsmöglichkeit.

"Krone": Bei Ferkelkastrationen sind andere Länder, Stichwort nur mit Narkose, viel weiter als wir. Was sagen Sie Kritikern, die meinen, andere Länder überholen uns total bei Tierschutz?
Titschenbacher: Dass ich das so nicht sehe!

"Krone": Jetzt ist gerade bei uns oft Verkaufs- und Preisargument, dass wir den strengsten Tierschutz haben. Das fiele dann weg oder?
Titschenbacher: Nein. Der Kundenwunsch wird berücksichtigt. Wir setzen weiterhin sehr auf das Tierwohl! Aber zum Nulltarif wird es das alles auch nicht geben können.

Christa Blümel, Kronen Zeitung

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