Di, 18. Juni 2019
26.10.2016 15:56

Zuspitzung in Calais

Flüchtlinge zogen ab - "Dschungel" in Flammen

Nachdem bereits ein Großteil der Menschen aus dem Flüchtlingslager der nordfranzösischen Hafenstadt Calais umgesiedelt worden war, begaben sich am Mittwoch die noch verbliebenen Migranten eiligst aus dem sogenannten Dschungel. Der Grund waren mehrere Explosionen und starke Brände. "Das Lager ist endgültig leer", sagte die Präfektin Fabienne Buccio am Mittwoch dem französischen Nachrichtensender BFMTV in Calais.

Aufgrund der starken Brände wurde das Lager komplett geräumt. Medienvertretern sei der Zugang zum "Dschungel" verwehrt, hieß es seitens BFMTV. In dem Lager brennt es an mehreren Stellen, schwarze Rauchwolken sind auch weit entfernt noch zu sehen.

Eigentlich war geplant, die Räumung bis zum Wochenende abzuschließen. Vor und zu Beginn der Evakuierung war es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Migranten legten Feuer und warfen Steine auf die massiv postierten Einsatzkräfte der Polizei. Vier Flüchtlinge aus Afghanistan wurden wegen Brandstiftung und versuchter Brandstiftung festgenommen, wie die Behörden mitteilten. Laut den Worten von Präfektin Buccio hat es "Tradition", dass manche Flüchtlinge ihre Unterkünfte vor dem Aufbruch zerstören.

In dem Camp lebten laut Regierungsangaben zuletzt rund 6500 Menschen, vornehmlich aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Ihr Ziel ist eigentlich Großbritannien, das die Aufnahme der Migranten aber mit Verweis auf das EU-Asylrecht verweigert. Demnach muss ein Antrag in jenem Land gestellt werden, in dem die Flüchtlinge erstmals den Boden der Europäischen Union betreten. Monatelang versuchten viele Bewohner des "Dschungels" daher, illegal auf Lastwagen oder Züge zu gelangen, die über Calais auf die britische Insel fahren. Großbritanniens Innenministerin Amber Rudd hat zugesagt, ihr Land werde etwa die Hälfte der rund 1300 Kinder und Jugendlichen aufnehmen, die ohne Eltern in dem Camp lebten.

Um die Räumung zu beschleunigen, gingen Sozialarbeiter und Übersetzer durch die in den Sanddünen gelegene Zeltstadt, um Flugblätter zu verteilen. "Alles in allem haben die Migranten verstanden, dass die Zeit für den 'Dschungel' abgelaufen ist", sagte Sozialarbeiter Serge Szarzynski. Die meisten hätten sich einsichtig gezeigt.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Unterstützen gerne“
Maut-Urteil: Jubel und Hilfsangebot an Deutschland
Österreich
Promi-Quereinsteigerin
Global-2000-Chefin kandidiert für die Grünen
Österreich
Wegen Katar-PSG-Deal
Ex-UEFA-Boss Platini in Frankreich verhaftet
Fußball International
krone.at-Sportstudio
Traum und Horror beim ÖFB ++ Anna Veith wird 30
Video Show Sport-Studio
Wirbel um Neymar
„Niemand hat ihn gezwungen, zu unterschreiben“
Fußball International
Neuer Goalie-Trainer
Rapids Macho: „Wollen Euphorie entfachen“
Fußball International

Newsletter