Radsport-Skandal

Dopingsünder Landis fühlt sich unfair behandelt

Sport
08.08.2006 13:57
Dopingsünder Floyd Landis fühlt sich nach wie vor als Opfer. In seinem ersten ausführlichen Interview vor einem Millionenpublikum seit Bekanntgabe der positiven B-Probe sprach der Tour de France-Sieger am Dienstag von einer "Vorverurteilung". "Nachdem was ich bisher gesehen habe, glaube ich nicht, dass ich eine faire Chance bekomme. Hoffentlich ändert sich das noch", erklärte der amerikanische Radprofi in einem Gespräch mit dem TV-Giganten NBC. Er mache gerade eine schwere Phase durch, habe aber jetzt das neue Ziel, seine Unschuld zu beweisen.

"Ich habe 20.000 Trainingskilometer für die Tour absolviert, wurde vier Mal vor der 17. Etappe getestet und drei Mal danach, darunter sogar drei Bluttests. Nur ein Test war positiv", sagte Landis, "niemand würde Testosteron nur einmal nehmen. Das macht keinen Sinn". Bereits nach Bekanntgabe der A-Probe sei er an den Pranger gestellt und vorverurteilt worden. "Es gibt 100 Gründe, warum der Test positiv war", so der Kalifornier.

Seine Anwälte bereiten gerade seine Verteidigung vor und werden sie in den kommenden Tagen bei der Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) einreichen. Sollte Landis verurteilt werden, drohen ihm die Aberkennung des Tour-Titels und eine zweijährige Sperre.

Landis wies in anderen Interviews ebenfalls alle Anschuldigungen von sich. "Es gibt eine Art von Plan. Ich weiß aber nicht, wie er ist", sagte der Radprofi der Zeitung "USA Today" (Dienstag-Ausgabe). Landis will trotz der Vorwürfe und der Suspendierung durch sein Phonak-Team seine Karriere fortsetzen: "Mir ist etwas Schlimmes widerfahren. Aber Radfahren ist der schönste Sport in der Welt. Ich möchte ein Teil von ihm bleiben."

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