Rücktritt gefordert

“New York Times” zur Asylkrise: “Merkel must go!”

Ausland
11.01.2016 05:55

Die teils heftige Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik wird auch außerhalb Europas immer lauter: In einem Kommentar in der einflussreichen US-Tageszeitung "New York Times" zu den Sex-Übergriffen zu Silvester in Köln und anderen europäischen Städten fordert der Autor nun den Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen ihres "Versagens" in der Asylkrise. "Merkel muss gehen, damit Deutschland nicht einen zu hohen Preis für ihre Torheit bezahlen muss", heißt es in einem Beitrag mit dem Titel "Germany on the Brink" (Deutschland am Abgrund).

Autor Ross Douthat, ein konservativer Blogger, der regelmäßig Kolumnen in der "New York Times" veröffentlicht, kritisiert in seinem Beitrag in der Zeitung, die bisher eher Merkel-freundliche Töne anschlug, die Folgen der unkontrollierten Masseneinwanderung nach Europa. Seit Jahrzehnten hätten Konservative auf beiden Seiten des Atlantik davor gewarnt, dass Europas großzügige Einwanderungspolitik, die oft den Wünschen der Europäer zuwiderlaufe, drohe, den Kontinent zu destabilisieren.

"Eine ganz andere Art von Verschiebung"
Das Problem sei laut dem Kolumnisten nicht, dass derzeit Hunderttausende Flüchtlinge in die Länder Europas strömen würden, sondern die Tatsache, dass ein großer Teil der ankommenden Flüchtlinge junge Männer seien. "Wenn Sie der Bevölkerung in einem kurzen Zeitraum eine Million (oder Millionen von) Menschen hinzufügen, die meisten von ihnen junge Männer, erhalten Sie eine ganz andere Art von Verschiebung", so Douthat mit Verweis auf die historisch ansonsten eher gleichmäßig flach verlaufenden Zuwanderungsraten.

"Wenn Sie glauben, dass eine alternde, säkularisierte und weitgehend homogene Gesellschaft friedlich eine Einwanderungswelle dieser Größe mit so unterschiedlichem kulturellem Hintergrund aufnehmen kann, dann haben Sie eine großartige Zukunft als deutscher Regierungspressesprecher. Sie sind aber auch ein Idiot", findet Douthat harte Worte für die Lage in Europa.

"Es droht nicht nur ein Anstieg des Terrorismus"
Deutschland steuere demnach auf eine mögliche Zukunft zu, in der die Hälfte der Unter-40-Jährigen in der Bevölkerung arabische bzw. nordafrikanische Einwanderer und deren Kinder sein würden. Eine solche Umwälzung bringe eine zunehmende Polarisierung zwischen den Einheimischen und den Neuankömmlingen mit sich. "Es droht nicht nur ein Anstieg des Terrorismus, sondern eine Wiedergeburt der politischen Gewalt im Stil der 1930er-Jahre", ist Douthat überzeugt.

Das müsse nicht passieren, schreibt der Autor, aber um eine solche Zukunft zu verhindern, müsse Deutschland jetzt Neuankömmlinge - zumindest fürs Erste - an den Grenzen abweisen und rasch damit beginnen, leistungsfähige junge Männer wieder abzuschieben. "Es bedeutet, dass Angela Merkel gehen muss", so Douthats Fazit.

Den englischsprachigen Kommentar in voller Länger lesen Sie hier.

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