Sa, 23. Juni 2018

Einmalige Maßnahme

03.08.2015 14:43

Slowenien erlässt 100.000 Bürgern ihre Schulden

In Slowenien werden den ärmsten Bürgern des Landes ihre Privatschulden entlassen. Ab sofort können die Betroffenen den Antrag für einen Schuldenschnitt stellen. Rund 100.000 Personen qualifizieren sich laut dem zuständigen Ministerium für diese einmalige Maßnahme. Das Projekt wurde vom Ministerium für Arbeit, Familie und Soziales initiiert, um für den sozial schwächsten Teil der Bevölkerung die Folgen der Wirtschaftskrise abzumildern.

Vor rund zwei Wochen hat das slowenische Parlament das dazugehörige Gesetz verabschiedet, das die Kriterien für den großräumigen Schuldenschnitt regelt. An der Maßnahme, die auf einer freiwilligen Entscheidung der Gläubiger basiert, beteiligten sich neben der Steuerbehörde und staatlichen Institutionen bisher auch rund 30 Unternehmen, darunter Stromversorger, Versorgungsunternehmen, Banken und Versicherungen. Auch über 35 Gemeinden und Städte, darunter die größten Städte wie Ljubljana, Maribor und Celje, schlossen sich an.

Von der Maßnahme profitieren Sozialhilfeempfänger, deren Schulden vor 2014 entstanden sind und gegen die bereits Vollstreckungsverfahren laufen. Der Schuldenerlass gilt allerdings nicht für jene Bürger, die sich in Privatinsolvenz befinden. Es handelt sich um eine einmalige Maßnahme, eine Wiederholung ist nicht vorgesehen.

Auch Banken beteiligen sich an Schuldenschnitt
Erlassen werden den Betroffenen, Strom-, Wasser- und Heizungskosten, Kosten für die Kindergartenbetreuung und Schulernährung oder auch Kosten für die zusätzliche Krankenversicherung. Die Banken haben sich bereiterklärt, finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit den Kontoführungsgebühren und anderen Serviceleistungen, nicht aber Kredite, zu streichen. Wie hoch der jeweilige Schuldenschnitt sein wird, entscheiden die Gläubiger selbst. Lediglich die Steuerbehörde legte die Obergrenze für einen Erlass der Steuerschulden bei 50 Euro fest.

Ähnliche Maßnahmen haben zuvor auch Länder in Sloweniens Nachbarschaft beschlossen: Zu Jahresbeginn leitete Kroatien einen Schuldenschnitt für rund 60.000 Menschen ein. Im Juli kündigte auch Mazedonien an, seinen 13.000 ärmsten Bürgern die Schulden zu erlassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.