So, 24. Juni 2018

Atomgespräche

13.04.2006 19:57

IAEO-Chef El-Baradei in Teheran

Der Iran will ungeachtet internationalen Drucks an seiner Urananreicherung festhalten. Die Welt müsse das Land als Atommacht behandeln, fordert Staatspräsident Ahmadinejad nach dem Eintreffen von IAEO-Chef El-Baradei in Teheran. Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde erklärt, er sehe trotz der jüngsten Entwicklungen gute Chancen auf eine diplomatische Lösung.

El-Baradei traf zuerst mit Vizepräsident Aghazadeh zusammen, welcher der nationalen Atomenergiebehörde vorsteht. "Wir hoffen, wir können den Iran dazu bringen, vertrauensbildende Maßnahmen zu ergreifen, bis alle offenen Fragen geklärt sind", hatte der IAEO-Chef nach seiner Ankunft erklärt. Alle Seiten sollten die "Bedingungen dafür schaffen".

Ahmadinejad zeigte sich erneut unbeeindruckt von der internationalen Kritik. "Für alle, die wütend sind darüber, dass der Iran erstmals erfolgreich Uran anreichern kann, haben wir eine Antwort: Seid wütend und erstickt an eurer Wut!", sagte er in Teheran. "Wir werden mit niemandem über das Recht des Iran sprechen, Uran anzureichern", fügte der Präsident hinzu.

Iran und UNO im Dauerclinch
Ahmadinejad hatte am Dienstag erklärt, sein Land beherrsche jetzt die Technologie der Urananreicherung und werde sie auf industriellem Niveau ausbauen. Die Ankündigung war international scharf kritisiert worden. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte Ende März einen Stopp des iranischen Atomprogramms verlangt. Derzeit erstellt El-Baradei dazu einen Bericht, der Ende April vorliegen soll.

Wenn Teheran die Forderungen der internationalen Gemeinschaft nicht erfülle, werde das oberste UNO-Entscheidungsgremium seiner Verantwortung gerecht werden und die "notwendigen Maßnahmen" ergreifen, erklärte der französische Außenminister Douste-Blazy. Der russische Außenminister Lawrow hatte am Vortag vor einer Dramatisierung der Lage und gewarnt und sich entschieden gegen Überlegungen hinsichtlich einer militärischen Aktion gegen den Iran gewandt.

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